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Alarmsignale aus den Pflegeheimen

Pflegeheime können trostlose Orte sein, in denen das Leben in der letzten Phase nur noch verwaltet wird. Sie können aber auch Orte der Hoffnung sein, weil die Mitarbeiter sich aufopfern, um den alten Menschen ihre Würde zu bewahren.

Geschrieben von Christopher Onkelbach am . Veröffentlicht in Themen.
Foto: Geralt / pixabay (CC)

Pflegeheime können trostlose Orte sein, in denen das Leben in der letzten Phase nur noch verwaltet wird. Sie können aber auch Orte der Hoffnung sein, weil die Mitarbeiter sich aufopfern, um den alten Menschen ihre Würde zu bewahren.

Dieses Engagement aber ist angesichts der akuten Personalknappheit kaum noch möglich, wie die Studie der Uni Witten/Herdecke belegt. Wenn Heimbewohner ans Bett gebunden oder mit Medikamenten ruhiggestellt werden, weil die Pflegekräfte mit der Arbeit einfach nicht mehr nachkommen, dann ist das mehr als ein Alarmzeichen, dann herrscht der akute Notstand.

Es kann nicht menschenwürdig sein, wenn eine Kraft nachts für 50 bis 100 Personen zuständig ist. Weder für die Bewohner, noch für die Pflegekräfte. Essen verteilen, waschen, zur Toilette gehen, Medikamente ausgeben - alles im Minutentakt. Da bleibt meist weder Zeit für eine Pause noch für ein zwischenmenschliches Gespräch.

Beide Seiten, Heimbewohner wie Pflegekräfte, werden so zu Opfern des Systems. In Zukunft werden indes immer mehr Menschen auf Hilfe im Alter angewiesen sein. Die Gesellschaft darf nicht zulassen, dass die Masse der Pflegeheime zu reinen Verwahrstationen verkommt.



Quelle: ots / Westdeutsche Allgemeine Zeitung



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