München gehört bundesweit zu den teuersten Städten. Kaufkraftbereinigt liegt die Armutsschwelle hier 37 Prozent höher als im günstigsten Kreis in Deutschland.
München gehört bundesweit zu den teuersten Städten. Kaufkraftbereinigt liegt die Armutsschwelle hier 37 Prozent höher als im günstigsten Kreis in Deutschland. Foto: Alexas_Fotos / CC0 via Pixabay
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In Deutschland gilt als arm, wer weniger als 60 Prozent des bundesweit mittleren Einkommens zum Leben hat. Doch diese Einteilung berücksichtigt nicht, dass es in den Regionen ganz unterschiedliche Preise gibt, die die Kaufkraft beeinflussen. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: Je nach Wohnort benötigen Menschen mehr oder weniger Geld.

Ein Vorbild war die Kreativität des Buchhandels im Moment des Shutdowns.
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Buchhandel sieht Kreativität kleinerer Läden als Vorbild

Das Leben in München ist teuer. Die Lebenshaltungskosten in der bayerischen Hauptstadt liegen um 37 Prozent höher als in Tirschenreuth in der Oberpfalz, dem günstigsten Kreis in Deutschland. Dies wirkt sich auch auf die Armutsschwelle aus: Reichen einem Single in Tirschenreuth 818 Euro im Monat, um angemessen leben zu können, benötigt ein Alleinstehender in München 1.106 Euro.

Dies ist nur das extremste Beispiel, doch auch der Vergleich zwischen vielen Ost- und Westkreisen zeigt, dass die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten einen starken Einfluss auf die Armutsgefährdung in den Regionen haben. Berechnet man statt der üblichen Einkommensarmut die Kaufkraftarmut, halbieren sich die Ost-West-Unterschiede, zeigen die IW-Forscher: Die Armutsquote in Ostdeutschland sinkt von 19,9 auf 17,6 Prozent, während sich die westdeutsche Quote mit 14,8 Prozent gegenüber der Einkommensarmut (14,4 Prozent) leicht erhöht.

Sichtbar wird in den IW-Berechnungen auch ein starkes Stadt-Land-Gefälle: Ist die Quote der städtischen Gebiete bereits bei der Einkommensarmut um 4,7 Prozentpunkte höher als in ländlichen oder teilurbanen Regionen, beträgt der Unterschied bei der Kaufkraftarmut sogar 7,9 Prozentpunkte. Im Mittel kommen städtische Gebiete auf eine Kaufkraftarmutsquote von fast 22 Prozent. Grund dafür ist das hohe Preisniveau, zugleich sind die Einkommen ungleichmäßiger verteilt als auf dem Land, da es besonders viele Haushalte mit hohem Armutsrisiko wie Migranten und Alleinerziehende gibt.

„Die Politik muss gerade in den Städten die Integration verbessern und die Ganztagsbetreuung weiter ausbauen. Nur so schafft sie bessere Möglichkeiten, die Armut durch Arbeit zu bekämpfen“, sagt IW-Armutsforscher Christoph Schröder.



Quelle: IW Köln


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