Dienstag, 11 Aug 2020
Foto: IndiraFoto / CC0 (via Pixabay)
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Wer täglich Bahn fährt, weiß: Es läuft noch nicht alles rund bei diesem Unternehmen. An der Pünktlichkeit des Systems Bahn gibt es noch einiges zu tun. Nach wie vor fahren Züge auf stark befahrenen Strecken, die in den 1990er Jahren gebaut wurden. Die technischen Macken im Alltagsbetrieb nehmen zu, der Service in gleichem Maße zurück.

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Foto: IGMetall Jugend Bayern / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Metall-Arbeitgeber erwarten weiteren Stellenabbau

Doch während viele Bahnreisende diesen Umstand lange Zeit leicht frustriert über sich ergehen ließen und dem umweltfreundlichen Verkehrsmittel dennoch aus Überzeugung die Treue hielten, gibt es nun erstmals Grund, an einen substanziellen Wandel zu glauben. Denn neben großen Teilen der Gesellschaft hat auch die Politik nun endlich den Wert der Bahn erkannt und Schritte eingeleitet, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren. Das Resultat kann sich sehen lassen: Neben einer kurzfristig wirkenden Steuersenkung, die die Bahntickets ab dem Jahreswechsel günstiger machen soll, ermöglichen weitere Grundsatzentscheidungen im finanziellen Bereich der Bahn Rekordinvestitionen in Infrastruktur und Technik. Rund 170 Milliarden Euro sollen bis 2030 in das System Bahn fließen. Respekt.

Auch im seit Jahrzehnten von CSU-Politikern geführten Bundesverkehrsministerium scheint endlich die Erkenntnis um sich zu greifen, dass die vielfach beschworene Verkehrswende ohne ein funktionierendes Bahnsystem nicht realisierbar ist. Nein, sie ist das Herzstück der Verkehrswende in Deutschland. Die Bahn ist der Schlüssel zu umweltfreundlicher Mobilität für Millionen Menschen. Wenn wirklich signifikant mehr Menschen vom Auto auf die Bahn umsteigen, haben wir sauberere Luft in unseren Städten, weniger verstopfte Straßen und sicher auch weniger Verkehrstote. Gleiches gilt, wenn wir wieder deutlich mehr Güter auf der Schiene statt auf den Straßen transportieren. Um das erreichen zu können, muss das System Bahn durchdacht ausgebaut und modernisiert werden. Komfortable, superschnelle, im 30-Minuten-Takt fahrende Schnellzüge zwischen den Ballungsräumen sind richtig. Doch dieses Netz muss auch in die Fläche hinein funktionieren. Schon heute haben die Hälfte aller Fahrgäste der Fernzugverbindungen vorher einen Nahverkehrszug benutzt. Es wären sicherlich noch viel mehr, wenn die ländlichen Gebiete besser an die großen Bahnhöfe angeschlossen wären. Nur wenn dies zu bezahlbaren Ticketpreisen gelingt, hat die Verkehrswende eine Chance. Dafür muss die Politik weiterhin sorgen.



Quelle: ots/Rheinische Post
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