Drogenfund von 20 Tonnen Kokain
Drogenfund von 20 Tonnen Kokain Foto: US Coast Guard / Gemeinfrei
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Das Bundeskriminalamt registriert eine dramatische Zunahme von Kokainimporten aus Südamerika nach Deutschland und Westeuropa. Zahlen einer internen Auswertung des BKA zufolge, die dem NDR vorliegen, sind die weltweiten Sicherstellungen größerer Kokainmengen von mehr als 50 Kilogramm in den vergangenen beiden Jahren um 72 Prozent auf 576 Tonnen angestiegen.

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Foto: Bernhard Post

Kontrastprogramm

Im Interview mit dem NDR sprach BKA-Referatsleiterin Bettina Fehlings von einer "dramatischen Entwicklung, die uns tatsächlich Sorgen bereitet". Das gestiegene Angebot treffe in Deutschland auf eine gewachsene Nachfrage der Konsumenten. Das Zollkriminalamt geht davon aus, dass in Deutschland nur ein Bruchteil der geschmuggelten Drogen entdeckt wird. Die Gewerkschaft der Polizei sieht Personalmangel als einen Grund dafür.

Schmugglernetzwerke lassen das Kokain vor allem auf Schiffen transportieren. Nach gemeinsamen Recherchen des Radioprogramms NDR Info und des Fernsehmagazins "Panorama 3" haben sich die sichergestellten Mengen in den großen europäischen Containerhäfen Hamburg, Antwerpen und Rotterdam in den vergangenen Jahren vervielfacht. So wurden in Rotterdam im zurückliegenden Jahr 14 Tonnen Kokain beschlagnahmt (2015: 4,6 Tonnen) und in Antwerpen 27 Tonnen (2015: 16 Tonnen). Nach Angaben des BKA gelangt über beide Häfen Kokain auf den deutschen Markt. Auch in Hamburg und Bremerhaven stiegen die Kokainfunde seit Jahren kontinuierlich an, 2016 auf 1,1 Tonnen (2015: 0,7 Tonnen). Bereits jetzt deutet sich an, dass auch 2017 eine Rekordmenge Kokain in den deutschen Häfen sichergestellt wird. Der Sprecher des Zollkriminalamtes, Wolfgang Schmitz, sagte: "Leider können wir auch bei Großsicherstellungen keine Auswirkung auf den Straßenpreis des Kokains feststellen. Für uns ist das ein eindeutiges Indiz dafür, dass die Organisationen ausgefallene Lieferungen mühelos ersetzen können."

Die Kokainbanden sind nach Erkenntnis der Sicherheitsbehörden inzwischen weit heterogener geworden. Im Fokus der Ermittler stehen neben südamerikanischen auch osteuropäische, italienische und deutsche Tätergruppen. Bisweilen setzten südamerikanische Drogenkartelle auch eigene "Statthalter" in Westeuropa ein, sagte Wolfgang Schmitz. "Das sind dann sozusagen wie im kaufmännischen Bereich die europäischen Repräsentanten."

Um mehr Kokain sicherzustellen, sei mehr Personal bei Polizei und Zoll nötig, sagte Frank Buckenhofer von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Allein der Zoll brauche 2000 zusätzliche Einsatzkräfte für Kontroll- und Streifendienste und noch einmal 1000 für die Zollfahndung, um seine Vollzugsaufgaben unter anderem in der Rauschgiftbekämpfung wahrnehmen zu können. GdP und der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) weisen darauf hin, dass sich die Prioritäten der Sicherheitsbehörden verschoben hätten, hin zu Themen wie Terrorismus, Migration und Wohnungseinbrüchen. "Das Tischtuch ist zu klein und es wird von allen Seiten daran gezogen", sagte Oliver Huth vom BDK.



Quelle: NDR


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