#zeitfokus.

Samstag, 04 Apr 2020
Foto: fsHH / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  292 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr
Bundespolizei speichert Bodycam Aufnahmen bei Amazon. Die Bundespolizei speichert Einsatz-Aufnahmen von Körperkameras (Bodycams) auf Servern des Internet-Giganten Amazon - und löst damit heftige Kritik aus. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, wird für die Speicherung von Daten, die die Bundespolizei mit den Körperkameras erhebt, eine Cloud-Lösung von Amazon Web Services genutzt. Das schreibt das Bundesinnenministerium in einer Antwort auf eine schriftliche Frage des FDP-Abgeordneten Benjamin Strasser, die der "NOZ" vorliegt. Zur Begründung teilte das Bundespolizeipräsidium auf Anfrage mit: "Derzeit steht noch keine staatliche Infrastruktur zur Verfügung, welche die Anforderungen erfüllt." Der US-Anbieter Amazon sei gegenwärtig der einzige, der in Deutschland eine entsprechende vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierte Cloudlösung zur Verfügung stelle. Das Ministerium verweist darauf, dass "die deutschen Datenschutzstandards eingehalten" würden: "Die Daten werden verschlüsselt und ausschließlich auf Servern in Deutschland gespeichert" - und zwar in Frankfurt am Main. Die Opposition zweifelt das an. Der FDP-Innenpolitiker Strasser sagte: "Die Bundesregierung geht hier ein kaum kalkulierbares Risiko mit Blick auf hochsensible Daten ein." Auch wenn die Server in Deutschland stünden, könnten US-Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste darauf zugreifen. Strasser forderte, die Bundespolizei müsse ihre eigenen Kapazitäten ausbauen -"allein um die Souveränität über die staatliche Kernaufgabe der Inneren Sicherheit in jedem Aspekt zu bewahren." Auch der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Konstantin von Notz hat Datenschutz-Bedenken. Amazon sei in der Kritik, weil das Unternehmen auch Gesichtserkennungs-Software an US-Polizeibehörden verkaufe, die bei Aufnahmen von Bodycams genutzt würden. "Dass ausgerechnet dieses Unternehmen jetzt die Bodycam-Aufnahmen für die Bundespolizei verwalten soll, hinterlässt mehr als ein ungutes Gefühl", sagte von Notz. Bodycams, die Polizisten am Körper tragen, sollen Angriffe auf Beamte dokumentieren, werden bei Straftaten aber auch als Beweismittel eingesetzt. Die Aufnahmen können zudem belegen, dass Beamte rechtmäßig gehandelt haben. Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung

Die Bundespolizei speichert Einsatz-Aufnahmen von Körperkameras (Bodycams) auf Servern des Internet-Giganten Amazon - und löst damit heftige Kritik aus. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, wird für die Speicherung von Daten, die die Bundespolizei mit den Körperkameras erhebt, eine Cloud-Lösung von Amazon Web Services genutzt. Das schreibt das Bundesinnenministerium in einer Antwort auf eine schriftliche Frage des FDP-Abgeordneten Benjamin Strasser, die der "NOZ" vorliegt.

Donald Trump
Foto: The White House / Public Domain (via Flickr)

Eine Gefahr für die Welt - Iran-Politik von Trump

Zur Begründung teilte das Bundespolizeipräsidium auf Anfrage mit: "Derzeit steht noch keine staatliche Infrastruktur zur Verfügung, welche die Anforderungen erfüllt." Der US-Anbieter Amazon sei gegenwärtig der einzige, der in Deutschland eine entsprechende vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierte Cloudlösung zur Verfügung stelle. Das Ministerium verweist darauf, dass "die deutschen Datenschutzstandards eingehalten" würden: "Die Daten werden verschlüsselt und ausschließlich auf Servern in Deutschland gespeichert" - und zwar in Frankfurt am Main.

Die Opposition zweifelt das an. Der FDP-Innenpolitiker Strasser sagte: "Die Bundesregierung geht hier ein kaum kalkulierbares Risiko mit Blick auf hochsensible Daten ein." Auch wenn die Server in Deutschland stünden, könnten US-Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste darauf zugreifen. Strasser forderte, die Bundespolizei müsse ihre eigenen Kapazitäten ausbauen -"allein um die Souveränität über die staatliche Kernaufgabe der Inneren Sicherheit in jedem Aspekt zu bewahren."

Auch der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Konstantin von Notz hat Datenschutz-Bedenken. Amazon sei in der Kritik, weil das Unternehmen auch Gesichtserkennungs-Software an US-Polizeibehörden verkaufe, die bei Aufnahmen von Bodycams genutzt würden. "Dass ausgerechnet dieses Unternehmen jetzt die Bodycam-Aufnahmen für die Bundespolizei verwalten soll, hinterlässt mehr als ein ungutes Gefühl", sagte von Notz. Bodycams, die Polizisten am Körper tragen, sollen Angriffe auf Beamte dokumentieren, werden bei Straftaten aber auch als Beweismittel eingesetzt. Die Aufnahmen können zudem belegen, dass Beamte rechtmäßig gehandelt haben.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
#mehrNachrichten
Die Corona-Pandemie stellt einen schwarzen Schwan dar.
Foto: David Clode

Aktien ohne Halt

Eines ist inzwischen klar: Die Corona-Pandemie stellt einen schwarzen Schwan dar. Nach dem ungewöhnlich schnellen Einbruch von Risikoaktiva wie Aktien, Öl und hochverzinsliche Anleihen stellt sich...
Die Corona-Krise ist eine globale Herausforderung.
Foto: CDC

Corona-Krise: Fünf Forderungen an die Politik

Das Coronavirus breitet sich weiter aus und belastet die Weltwirtschaft. Lieferketten in der Industrie stocken, Messen werden abgesagt, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter befürchten große...
Eine blitzartige Erholung, die Ökonomen als V-förmigen Verlauf bezeichnen, ist das Wunschszenario.
Foto: Rikki Chan

Erster Sonnenstrahl

Was ist jetzt angesagt? Ein lautes "Hurra" oder eher ein "Besser nicht zu früh freuen"? Chinas Einkaufsmanagerdaten für März bringen viele Fragezeichen mit sich. Die offiziellen...
Es gibt an den allgemeinbildenden Schulen bundesweit etwa 10,91 Millionen Schülerinnen und Schüler. Dazu rund 780 000 Lehrerinnen und Lehrer.
Foto: Taylor Wilcox

Deutsche Schulen müssen geschlossen werden

Italien, Dänemark, Österreich und Irland - Deutschlands europäisches Umland hat die Pforten seiner Schulen und Kitas längst geschlossen. Und hat, glaubt man den Virologen bei deren Beurteilung aller...
Eine Garantie, dass die Hilfspakete dazu führen, dass wir noch einmal mit einem blauen Auge davonkommen gibt es nicht.
Foto: Richard Ley

Die Stunde des Staates

Dieser Bundestag ist das - mit Abstand - beste Parlament, das man sich in der Corona-Krise nur wünschen kann, könnte man jetzt kalauern, wenn die Situation nicht so verdammt ernst wäre. Allerdings...
Franziska Giffey hat sich entschieden gegen Ausgangssperren ausgesprochen.
Foto: usbotschaftberlin / Gemeinfrei (via Wikimedia Commons)

Giffey will Ausgangssperren vermeiden und appelliert an junge Leute: Hört auf zu feiern!

Bundesfamilien- und Jugendministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich entschieden gegen Ausgangssperren ausgesprochen und junge Leute zur Einhaltung der Corona-Schutzregeln aufgerufen. "Eine...
Markus Söder zog für den Freistaat zu Recht die Notbremse.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Söders Schritt ist richtig

Die rigiden neuen Ausgangsbeschränkungen in Bayern sind bitter - speziell auch für die Wirtschaft, deren Spielraum sich nun weiter verengt. Doch der harte Schnitt war unvermeidbar. Der Appell an die...
Back To Top