Das Beispiel der Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig es ist, dass Unternehmen verantwortlich handeln und ihre globale Sorgfaltspflicht wahrnehmen.
Das Beispiel der Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig es ist, dass Unternehmen verantwortlich handeln und ihre globale Sorgfaltspflicht wahrnehmen. Foto: Piqsels CC0
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Die Bundesregierung will den Kampf gegen Kinderarbeit und sexuelle Ausbeutung von Kindern zu einem Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft machen und in dieser Zeit die Grundlagen für ein europäisches Lieferkettengesetz schaffen. "Dazu gehören auch faire Löhne für die Eltern", sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Nach den Worten von Müller sollte sich kein Unternehmer mehr hinstellen können und sagen, er habe nichts aktiv gegen Kinderarbeit und Sklaverei in seiner Lieferkette getan. Deutschland übernimmt am 1. Juli die Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union.

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Es geht nicht um Schönheit

Müller beklagte, durch die Corona-Krise drohten massive Rückschritte im Kampf gegen Kinderarbeit und Ausbeutung. "Covid-19 hat in vielen Entwicklungsländern zu einer dramatischen Hunger- und Wirtschaftskrise geführt. Millionen Eltern sind arbeitslos. Eine Milliarde Kinder kann nicht zur Schule gehen, und viele verlieren so die einzige Mahlzeit am Tag."

Der Minister befürchtet, durch die Corona-Krise würden weitere 40 Millionen Kinder dieses Jahr in extreme Armut geraten. "Eine Folge ist: Kinder müssen arbeiten, damit die Familien überleben können. Und wegen der Not vieler armer Familien und der Ausgangssperren werden auch mehr Kinder Opfer sexueller Ausbeutung." Müller forderte: "Wir müssen alles tun, um diese verabscheuungswürdigste Form der Kinderarbeit zu stoppen."

Auch DGB-Chef Reiner Hoffmann drängte gegenüber der NOZ auf ein Lieferkettengesetz. Er betonte: "Das Verbot von Kinderarbeit ist ein Menschenrecht, das global einzuhalten ist." Auch Unternehmen, die von Deutschland aus operieren und in Deutschland Geschäfte machen, müssten sich daran halten. Dies müsse durch ein Lieferkettengesetz überprüft und bei Verstößen geahndet werden.

Birte Kötter, Vorstandssprecherin des Kinderhilfswerks terre des hommes, äußerte laut NOZ ebenfalls die Befürchtung, dass infolge der Corona-Pandemie Kinderarbeit ansteigen wird, weil Millionen Familien keine Einkünfte haben und die Kinder mitarbeiten müssen. Sie betonte: "Das Beispiel der Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig es ist, dass Unternehmen verantwortlich handeln und ihre globale Sorgfaltspflicht wahrnehmen. Deshalb fordern wir die Bundesregierung dringend auf, endlich ein gesetzlich verbindliches Lieferkettengesetz auf den Weg zu bringen."

Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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