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Deutschland, Österreich und die Schweiz müssen sich stärker um Fachkräfte aus dem Ausland bemühen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), der österreichischen Industriellenvereinigung (IV) und von Avenir Suisse. Die konkreten Lösungswege unterscheiden sich jedoch in den drei Ländern.

Hamsterkäufe wurden in der Vergangenheit je nach Naturell belächelt oder verurteilt.
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Toilettenpapier 2.0

Angesichts des demografischen Wandels müssen Deutschland, Österreich und die Schweiz ihre Zuwanderungspolitik neu ausrichten. Das geht aus der Studie hervor, die im Rahmen des traditionellen Dreiländertreffens der Institute entstanden ist. Zwar haben alle drei Länder in der Vergangenheit von einer starken Arbeitskräftezuwanderung aus EU-Staaten profitiert. Doch aufgrund der europaweit niedrigen Geburtenraten dürfte die Zahl der wanderungsbereiten EU-Bürger mittelfristig nicht ausreichen, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu bewahren. Auch die Flüchtlingszuwanderung der letzten Jahre deckt den Bedarf auf dem Arbeitsmarkt nicht, da die meisten Flüchtlinge – nach europäischen Standards – nur geringqualifiziert sind und kaum Sprachkenntnisse mitbringen.

Um gezielt die Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten außerhalb der EU und EFTA zu fördern, braucht es neue Strategien. In Deutschland, wo der Anteil der Nicht-EU-Ausländer unter den Beschäftigten mit 4,9 Prozent noch geringer ist als in Österreich (6,1 Prozent) und der Schweiz (6,9 Prozent), betrifft das vor allem das Zuwanderungsrecht. „Für ausländische Fachkräfte mit guten Arbeitsmarktperspektiven muss sich Deutschland noch stärker öffnen“, sagt IW-Ökonom Wido Geis. So sollen Fachkräfte mit guten Perspektiven am deutschen Arbeitsmarkt auch dann ein Visum erhalten können, wenn sie noch keine Stellenzusage haben und auch kein Privatvermögen besitzen.

Darüber hinaus fordern die Studienautoren, die Erwerbstätigkeit bisheriger Zuwanderer noch stärker zu fördern – insbesondere die von Flüchtlingen. Da in Deutschland, Österreich und der Schweiz Geringqualifizierte deutlich schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, ist es wichtig, dass möglichst viele von ihnen berufliche Abschlüsse erwerben. Zudem sollten im Ausland erworbene Qualifikationen häufiger anerkannt werden. „Der Erfolg der Flüchtlingsintegration ist entscheidend für die Offenheit der Bevölkerung gegenüber Zuwanderung“, so Geis.



Quelle: IW Köln


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