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Unterstellen wir einmal, dass Mark Zuckerberg Facebook vor 15 Jahren gegründet hat, um die Menschen miteinander zu verbinden und Geld zu verdienen. Die Welt sollte besser und die Demokratie gestärkt werden. Problematisch wird es aber, wenn durch Facebook das krasse Gegenteil eingetreten ist.

Mindestpreise wären allerdings "nur eine Art Schamgrenze, damit tierische Produkte nicht unterhalb der Produktionskosten der Landwirte verkauft werden".
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Habeck verteidigt Forderung nach höheren Fleischpreisen

Vermutlich hatte Zuckerberg nicht die Absicht, mit seiner Plattform einmal mit dafür verantwortlich gemacht zu werden, dass die Welt zunehmend vergiftet und verroht wird und der soziale Frieden längst gestört ist. Der Fall Tönnies, der Mord an Walter Lübcke oder Angela Merkels Gesundheit sind nur drei Beispiele der jüngsten Vergangenheit, bei denen Zuckerbergs Meinungsmaschine das schlimmste Niveau der Kommunikation zwischen Menschen erreicht hat. Da verflucht eine AfD-Politikerin Angela Merkels Geburt und bekommt vom AfD-Chef Meuthen später im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sogar noch Zuspruch. Da wird die Hinrichtung Walter Lübckes begeistert gefeiert und zu weiteren Morden an Politikern aufgerufen. Und Unternehmer Clemens Tönnies wird beschimpft, sich als Schalke-Boss schnell »zu verpissen«.

Der Facebook-Effekt kennt kein Tabu. Da wird unter Klarnamen gepöbelt und beleidigt, gehetzt und verletzt, was das Zeug hält. Die Plattform ist wie ein Verstärker für Emotionen, für Meinung, für politische Ideen, für alles. Falsche Nachrichten werden bewusst und gezielt verbreitet. Angst und Wut bringen die Menschen dazu, Autokraten zu unterstützen. Selbst Wahlen, Kriege oder starke Themen wie die Flüchtlingsdebatte oder der Tod eines Jungen am Frankfurter Bahnhof werden über Facebook benutzt, beeinflusst und manipuliert. Ob sich daran etwas ändern wird, wenn Facebook einen eigenen Nachrichtenbereich mit lizenzierten Medien startet, muss bezweifelt werden. Das ist nur der Versuch, Facebook seriös erscheinen zu lassen. Die Lizenzpartner täten gut daran, sich nicht kaufen zu lassen.

Fake-News und Manipulationen werden bleiben. Somit bleibt das Problem. Facebook ist verantwortlich für die Inhalte seiner zwei Milliarden Nutzer auf der eigenen Plattform. Vereinzelt gibt es Verfahren. Die Politik wirkt aber überwiegend hilflos und unentschlossen. Facebook muss zwar eine Strafe von fünf Milliarden US-Dollar zahlen, die selbst für diesen Giganten trotz eines Gewinns von gut 2,6 Milliarden Dollar im zweiten Quartal dieses Jahres keine Kleinigkeit sein dürfte. Aber bestraft wurde Facebook nicht etwa wegen der Verbreiterhaftung, sondern wegen Datenschutzpflichtverletzungen. Aber immerhin ist das vielleicht ein Anfang. Das langfristige Ziel muss es sein, Facebook zu »reparieren« oder ganz zu zerschlagen. Die Vormachtstellung dieser Plattform muss beendet werden. Sonst wird die Welt weiter vergiftet und die Demokratie droht, zerstört zu werden.



Quelle: ots/Westfalen-Blatt
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