Foto: De Havilland / CC BY 2.0 via Flickr
 1-2 Minuten Lesezeit  356 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Ein neuer Tag, eine neue Schreckensmeldung. Würzburg, München, Reutlingen, Ansbach. Die Verdichtung des Horrors lässt schaudern. Der junge Mann, der sich vor einem Musikfestival in die Luft gesprengt und mehr als ein Dutzend Unschuldige verletzt hat, hat sich allem Anschein nach von radikalen Islamisten zu seiner Tat inspirieren lassen. Er war aber wohl vor allem eins: psychisch krank.

Wenn Klimaschutz lediglich auf dem Papier stattfindet, ist das staatlich subventionierter Klimabetrug.
Foto: Goran Horvat

Bund zahlt halbe Milliarde Euro Förderung für Hybrid-Autos

Psychische Erkrankungen können sich in extremen Fällen auf eine mörderische Art entladen, der Absturz der Germanwings-Maschine im vergangenen Jahr war dafür ein grauenhaftes Beispiel. Manchen instabilen Menschen dienen radikale Ideologien als Projektionsfläche, um ihren Vernichtungsfantasien einen Sinn zu geben - übersteigerter Nationalismus, Dschihadismus, all jene Verwirrungen, die Leben in wert und unwert einteilen. Diese Inspirationsquellen müssen ausgetrocknet werden. Eine Lehre aus den vergangenen Tagen sollte aber auch sein, dass das immer noch viel zu löchrige Netz an psychotherapeutischen Hilfsangeboten ausbaubedürftig ist. Menschen, die mit ihrem Wahn, ihrer Depression, ihrer Verwirrung, ihrer Wut allein bleiben, deren Zustand nicht rechtzeitig und nicht richtig diagnostiziert wird, können zu einer Gefahr für sich und die Gesellschaft werden. Genaueres Hinschauen kann Leben retten.

Die Diskussion wird wohl aber in eine andere Richtung laufen. Der Täter von Ansbach war ein syrischer Flüchtling. Schon während des Amoklaufs in München geiferten viel zu viele in den sozialen Netzwerken gegen Flüchtlinge, gegen den Islam, aus etlichen Kommentaren ließ sich eine mehr als klammheimliche Befriedigung herauslesen, dass "der Terror" Deutschland erreicht habe; bis klar wurde, dass die Tat ein unpolitischer Amoklauf eines Deutschen mit iranischen Wurzeln war. Nach Ansbach werden sich die Hetzer in ihrer blinden Abneigung gegen Flüchtlinge und Zuwanderer bestätigt fühlen.

Natürlich tauchen nach all den schrecklichen Ereignissen auch wieder reflexhaft die Forderungen nach mehr Polizei, nach mehr Überwachung, nach strengeren Sicherheitsgesetzen und konsequenteren Abschiebungen auf. Das ist die weiße Salbe, mit der Ängste beruhigt werden sollen. Diese Forderungen erreichen aber das Gegenteil: Sie suggerieren, dass diese Gesellschaft schutzlos ist. Das ist sie nicht. Sie ist wehrhaft, wenn sie sich nicht von der Angst durchdringen lässt. Angst erzeugt Misstrauen, Wut, Ablehnung, allzu oft Hass. Hass gebiert neuen Hass. Eine Gesellschaft in einem solchen Teufelskreis wäre wirklich ernsthaft bedroht.



Quelle: ots/Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung


#mehrNachrichten
Natur- und Umweltschutz und eine echte sozial-ökologische Wende funktionieren nur dann, wenn alle Menschen mitgenommen und niemand zurückgelassen wird.

Klimaschutzgesetz darf soziale Fragen nicht ignorieren

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, mahnt die Bundesregierung, bei der Neufassung des Klimaschutzgesetzes die sozialen Aspekte nicht zu vergessen. Schneider...
"Bürgermeister daran messen, was er real leistet" - Linken-Politikerin greift SPD-Chefin Esken scharf an - Neben Kritik auch Lob für "Querdenker"
Foto: DIE LINKE / CC BY 2.0 (via Flickr)

Wagenknecht verteidigt Palmer und ist offen für Koalition mit den Grünen

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat den umstrittenen Tübinger Bürgermeister Boris Palmer gegen den Vorwurf in Schutz genommen, ein Rassist zu sein. Wagenknecht sagte der "Neuen Osnabrücker...
Wenn Klimaschutz lediglich auf dem Papier stattfindet, ist das staatlich subventionierter Klimabetrug.
Foto: Goran Horvat

Bund zahlt halbe Milliarde Euro Förderung für Hybrid-Autos

Die Bundesregierung hat Kauf oder Leasing von sogenannten Plug-in-Hybridfahrzeugen in den vergangenen fünf Jahren mit mehr als einer halben Milliarde Euro subventioniert. Seit 2016 wurden bei...
Deutschland hat sich bei den Militärausgaben auf den siebten Platz in der Welt hochgekämpft - und ist stolz darauf.
Foto: Stephen Leonardi

Ernstfall: Wettrüsten der Großmächte

Von wegen Krise: Der Rüstungswettlauf hat trotz Pandemie Konjunktur, die weltweiten Ausgaben haben bereits wieder eine Höhe wie im ersten Kalten Krieg erreicht. Parallel dazu herrscht zwischen den...
Bislang verfestigen die jüngsten Konjunkturindikatoren das Bild einer zweigeteilten deutschen Wirtschaft.
Foto: Cameron Venti

Achterbahn Konjunktur

Bergauf, bergab, dann geht es in die eine Richtung, gefolgt von der Kurve in die entgegengesetzte. Einer solchen Achterbahnfahrt gleicht die Konjunkturbetrachtung, seit sich das Coronavirus von...
ThyssenKrupp Quartier in Essen
Foto: Armin von Preetzmann / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Geduldsprobe: Thyssenkrupp

Verkehrte Welt: Thyssenkrupp hat mit Rückenwind von der Konjunktur das zweite Quartal mit einem stolzen operativen Gewinn abgeschlossen und vor diesem Hintergrund die Prognose zum zweiten Mal in...
Laut einem ARD-Bericht wird Amazon-Mitarbeitern verwehrt, sich mit einer FFP2-Maske zu schützen.
Foto: Medien-gbr / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Grenzenlose Profitgier

Der DGB drängt darauf, die Gesundheit von Arbeitnehmern besser zu schützen, und nimmt dabei den Versandhändler Amazon ins Visier. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der "Neuen Osnabrücker...
Back To Top