Unter-den-Linden, Berlin, 3. Juni 1945
Unter-den-Linden, Berlin, 3. Juni 1945 Foto: No 5 Army Film & Photographic Unit, Hewitt (Sgt) / Gemeinfrei (via Wikimedia Commons)
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Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung: Das ist die Kernaussage in Richard von Weizsäckers großer Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes in Europa 1985. Auch heute, 75 Jahre nach der deutschen Kapitulation, ist die Diskussion darüber nicht verstummt. Das hat zwei Gründe.

Erstens hatten viele Deutsche und Österreicher in so enger Komplizenschaft mit dem NS-Regime gelebt, dass sie sich nicht befreit fühlen konnten und durften wie nach der Vertreibung von Okkupatoren. Sie erlebten, was für Alexander Gauland heute noch im Vordergrund steht: eine totale Niederlage. Nur die Klugen unter ihnen sahen, dass sie doch befreit worden waren - aus einer Situation, in die sie selbst schuldhaft verstrickt waren.

Zweitens brachte das Kriegsende großen Teilen Europas und Asiens keine Freiheit. Die Westalliierten konnten nur im Bündnis mit dem Massenmörder Stalin siegen. Die Weltordnung, die daraus folgte, war beispielsweise aus Sicht der polnischen Opfer Hitlers an Zynismus kaum zu überbieten.

1990, das Kriegsende war 45 Jahre her, sah es aus, als bleibe die Teilung der Welt Episode. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schien ein großer Raum von Frieden und Freiheit möglich. Der Politologe Francis Fukuyama sah 1992 gar das Ende der Geschichte.

Es ist anders gekommen. Sowjet-Erbe Russland ist zu groß, um sich in eine vom Westen definierte Ordnung zu fügen, aber zu schwach, um selbst eine Ordnung zu schaffen - da liegt Peking vorn. Nato und EU scheitern daran, Russland einzubinden, ohne es zu deklassieren. In Korea und Nahost sorgte die chaotische Abwicklung der Kriegsfolgen für bis heute anhaltende Probleme.

Befreit wurde die Welt 1945 von der Herrschaft Hitlers und seiner Verbündeten. Keineswegs befreit wurde sie von Krieg und Genozid, autoritären und diktatorischen Systemen.

Quelle: ots/Kölnische Rundschau
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