Foto: Stefan Schweihofer / CC0 via Pixabay
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Was muss passieren, damit Schweinehalter jubeln? Frühlingshafte Temperaturen plus Fußballmeisterschaft. Ergibt: Grillwetter und steigende Nachfrage nach Schweinefleisch. Ganze 1,50 Euro bekommen die Erzeuger derzeit pro Kilo - 26 Cent mehr als noch im Februar.

Katrin Göring-Eckardt
Foto: Grüne Bundestagsfraktion / CC BY 2.0 (via Flickr)

Grüne fordern klares Corona-Testkonzept

Wenn es um niedrige Preise für Lebensmittel geht, stehen immer zwei Probleme im Fokus: der absurd niedrige Milchpreis und mit ihm die armen, unter den niedrigen Preisen leidenden Milchbauern. Das ist nicht falsch, aber unvollständig: Schließlich sind es in erster Linie immer noch die Tiere, die leiden. Kühe, die in Enge ohne Auslauf auf ungeeignetem Boden stehen. Schweine, die - nach ihrer Aufzucht in einer alles andere als artgerechten Haltung - vor der Schlachtung mit CO2 betäubt werden, ein Verfahren, das von Schmerz- oder Leidensfreiheit weit entfernt ist.

Wenn jetzt ein Freiburger Ökonomieprofessor darauf hinweist, dass niedrige Lebensmittelpreise ja auch ganz praktisch seien, nämlich für Menschen, die nicht so viel Geld haben, dann hat er zwar recht. Aber das ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Die Lösung ginge genau umgekehrt: Waren in höherer Qualität aus artgerechter Haltung und fairem Anbau ohne Umweltschäden, dafür aber auch Rahmenbedingungen, die den Erwerb solcher Produkte für alle möglich machen - von Mindestlohn- bis Arbeitslosengeldbeziehern.

Zu der beliebten Wahrnehmung von Verbrauchern als Profiteuren kommt die nicht weniger beliebte der Verbraucher als Opfer. Gammelfleisch, Pferdelasagne: Kein Zufall, dass ausgerechnet Produkte betroffen sind, bei denen Konsumenten ohnehin nicht so gut erkennen, was sie da eigentlich vor sich haben. Die Schweinehalter sagen übrigens, um kostendeckend zu arbeiten, wäre ein Schlachtpreis von 1,60 Euro pro Kilogramm nötig. Die Verbraucher mögen nichts für die Dumpingpreise können. Auf alle Fälle können sie etwas dagegen tun.



Quelle: ots/taz


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