#zeitfokus.

Dienstag, 26 Mai 2020
Foto: skeeze / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  348 Worte im Text  vor 232 Tagen

Ungleichheit muss nicht grundsätzlich schlecht sein. Gefälle kann Menschen dazu bewegen, sich anzustrengen, sich zu überwinden. Es wohnt dem Menschen inne, etwas erreichen zu wollen, etwas auch zu besitzen, was andere schon haben oder was andere eben nicht haben stolz vorzuzeigen. Ungleichheit fördert das Leistungsprinzip. Sie ist damit Teil des kapitalistischen Systems. Die Soziale Marktwirtschaft deutscher Prägung hat es sich zu eigen gemacht, den Schwächeren in diesem System zu helfen, die Ungleichheit zu überwinden oder doch zu verringern. Das jedoch wird zunehmend schwieriger, wie die Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erneut belegt:

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Foto: Sharon McCutcheon / CC0 (via Unsplash)

Justiz-Panne begünstigte offenbar Vergewaltigung einer Dreijährigen

Während obere Einkommensgruppen und mittlere (das ist die gute Nachricht) von Wirtschaftsboom und Lohnsteigerung profitieren, wächst die Zahl der Haushalte, die als arm gelten. Da wird Ungleichheit zu Ungerechtigkeit. Und ungerecht ist es, wenn ein Mensch trotz aller eigener Anstrengung den Anschluss nach oben oder wenigstens in die Mitte nicht schafft. Und auch keine Chance hat. Ein selbstständiger Paketbote in subunternehmerischem Abhängigkeitsverhältnis kann noch so rennen, um seine Päckchen zuzustellen. Er wird damit seinen Verdienst nicht steigern können. Denn seiner Rennerei sind natürliche Grenzen gesetzt und ihr liegen ausbeuterische Verhältnisse zu Grunde. Die Gewerkschaften empfehlen mehr Tarifbindung. Die Tarifsystematik trägt jedoch ihren Teil zur ungerechten Entwicklung bei. Es geht von Einmalzahlungen und Sockelbeträgen abgesehen fast immer um prozentuale Gehaltssteigerungen. Und 3,7 Prozent Lohnzuwachs von 5.000 Euro Monatseinkommen sind absolut betrachtet nun mal mehr als von 1.600 Euro Monatseinkommen. Da zementiert die Gewerkschaft mit an Ungerechtigkeit, denn ihre Beitragszahler stammen kaum aus den unteren 16 Prozent der Beschäftigten. "Leistung muss sich wieder lohnen" - diesen Slogan der CDU aus dem Jahr 1982 haben sich danach auch FDP und selbst die SPD (2006) zu eigen gemacht. Der Ansatz ist richtig. Wer erlebt, dass sich Leistung lohnt, wird weiter Leistung bringen. Er trägt damit zum eigenen und zum Wohlstand der Gesellschaft bei. Wer das nicht erlebt, steht in der Gefahr resigniert aufzugeben. Wenn zunehmend Menschen resignieren und sich vom gesellschaftlichen Konsens verabschieden, weil sie immer wieder enttäuscht werden, ihre Leistung sich nicht lohnt, bekommen wir ein Problem mit dem Zusammenhalt der Gesellschaft.



Quelle: ots/Neue Westfälische
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