Foto: skeeze / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  348 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Ungleichheit muss nicht grundsätzlich schlecht sein. Gefälle kann Menschen dazu bewegen, sich anzustrengen, sich zu überwinden. Es wohnt dem Menschen inne, etwas erreichen zu wollen, etwas auch zu besitzen, was andere schon haben oder was andere eben nicht haben stolz vorzuzeigen. Ungleichheit fördert das Leistungsprinzip. Sie ist damit Teil des kapitalistischen Systems. Die Soziale Marktwirtschaft deutscher Prägung hat es sich zu eigen gemacht, den Schwächeren in diesem System zu helfen, die Ungleichheit zu überwinden oder doch zu verringern. Das jedoch wird zunehmend schwieriger, wie die Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erneut belegt:

Im Zuge der gestiegenen Fallzahlen sei die "Grenze des Machbaren" erreicht, heißt es aus dem Salzlandkreis.
Foto: Soenke Rahn / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Corona bringt Gesundheitsämter an die Belastungsgrenze

Während obere Einkommensgruppen und mittlere (das ist die gute Nachricht) von Wirtschaftsboom und Lohnsteigerung profitieren, wächst die Zahl der Haushalte, die als arm gelten. Da wird Ungleichheit zu Ungerechtigkeit. Und ungerecht ist es, wenn ein Mensch trotz aller eigener Anstrengung den Anschluss nach oben oder wenigstens in die Mitte nicht schafft. Und auch keine Chance hat. Ein selbstständiger Paketbote in subunternehmerischem Abhängigkeitsverhältnis kann noch so rennen, um seine Päckchen zuzustellen. Er wird damit seinen Verdienst nicht steigern können. Denn seiner Rennerei sind natürliche Grenzen gesetzt und ihr liegen ausbeuterische Verhältnisse zu Grunde. Die Gewerkschaften empfehlen mehr Tarifbindung. Die Tarifsystematik trägt jedoch ihren Teil zur ungerechten Entwicklung bei. Es geht von Einmalzahlungen und Sockelbeträgen abgesehen fast immer um prozentuale Gehaltssteigerungen. Und 3,7 Prozent Lohnzuwachs von 5.000 Euro Monatseinkommen sind absolut betrachtet nun mal mehr als von 1.600 Euro Monatseinkommen. Da zementiert die Gewerkschaft mit an Ungerechtigkeit, denn ihre Beitragszahler stammen kaum aus den unteren 16 Prozent der Beschäftigten. "Leistung muss sich wieder lohnen" - diesen Slogan der CDU aus dem Jahr 1982 haben sich danach auch FDP und selbst die SPD (2006) zu eigen gemacht. Der Ansatz ist richtig. Wer erlebt, dass sich Leistung lohnt, wird weiter Leistung bringen. Er trägt damit zum eigenen und zum Wohlstand der Gesellschaft bei. Wer das nicht erlebt, steht in der Gefahr resigniert aufzugeben. Wenn zunehmend Menschen resignieren und sich vom gesellschaftlichen Konsens verabschieden, weil sie immer wieder enttäuscht werden, ihre Leistung sich nicht lohnt, bekommen wir ein Problem mit dem Zusammenhalt der Gesellschaft.



Quelle: ots/Neue Westfälische
#mehrNachrichten
ThyssenKrupp Quartier in Essen
Foto: Armin von Preetzmann / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Geduldsprobe: Thyssenkrupp

Verkehrte Welt: Thyssenkrupp hat mit Rückenwind von der Konjunktur das zweite Quartal mit einem stolzen operativen Gewinn abgeschlossen und vor diesem Hintergrund die Prognose zum zweiten Mal in...
Laut einem ARD-Bericht wird Amazon-Mitarbeitern verwehrt, sich mit einer FFP2-Maske zu schützen.
Foto: Medien-gbr / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Grenzenlose Profitgier

Der DGB drängt darauf, die Gesundheit von Arbeitnehmern besser zu schützen, und nimmt dabei den Versandhändler Amazon ins Visier. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der "Neuen Osnabrücker...
Die Urteile in den Rechtssachen Apple und Amazon zeigen, dass das Wettbewerbsrecht nur bedingt taugt.
Foto: Steve Morgan / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Urteil über Amazons Steuerdeals: Rechtens, nicht gerecht

Erst Apple, nun Amazon: Erneut erleiden Europas Wettbewerbshüter eine krachende Niederlage vor Gericht. Weil die Konzerne mehr als zweifelhafte Steuerdeals mit Irland und Luxemburg ausgehandelt...
Deutschland hat sich bei den Militärausgaben auf den siebten Platz in der Welt hochgekämpft - und ist stolz darauf.
Foto: Stephen Leonardi

Ernstfall: Wettrüsten der Großmächte

Von wegen Krise: Der Rüstungswettlauf hat trotz Pandemie Konjunktur, die weltweiten Ausgaben haben bereits wieder eine Höhe wie im ersten Kalten Krieg erreicht. Parallel dazu herrscht zwischen den...
Bislang verfestigen die jüngsten Konjunkturindikatoren das Bild einer zweigeteilten deutschen Wirtschaft.
Foto: Cameron Venti

Achterbahn Konjunktur

Bergauf, bergab, dann geht es in die eine Richtung, gefolgt von der Kurve in die entgegengesetzte. Einer solchen Achterbahnfahrt gleicht die Konjunkturbetrachtung, seit sich das Coronavirus von...
Einer möglichen Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP steht Lindner skeptisch gegenüber.
Foto: INSM / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)

Lindner setzt auf "Modernisierungskoalition" mit seiner FDP

FDP-Chef Christian Lindner sieht nach der Kür der Kanzlerkandidaten von Grünen und Union gute Chancen für seine Partei, in einer nächsten Bundesregierung mitzuregieren. "Armin Laschet haben wir als...
"Bürgermeister daran messen, was er real leistet" - Linken-Politikerin greift SPD-Chefin Esken scharf an - Neben Kritik auch Lob für "Querdenker"
Foto: DIE LINKE / CC BY 2.0 (via Flickr)

Wagenknecht verteidigt Palmer und ist offen für Koalition mit den Grünen

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat den umstrittenen Tübinger Bürgermeister Boris Palmer gegen den Vorwurf in Schutz genommen, ein Rassist zu sein. Wagenknecht sagte der "Neuen Osnabrücker...
Back To Top