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Elementarschäden

Pflichtversicherung und Hochwasserschutz müssen sich ergänzen

Vor dem Hintergrund des Hochwassers in Süddeutschland fordert der neue Vorsitzende des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen, Christoph Busch, eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden.

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Themen.
"Denkbar wäre auch ein Modell, bei dem zusätzliche Maßnahmen für den Hochwasserschutz seitens der Versicherten zu einem Prämienrabatt führen."
"Denkbar wäre auch ein Modell, bei dem zusätzliche Maßnahmen für den Hochwasserschutz seitens der Versicherten zu einem Prämienrabatt führen."
Foto: Bettina Vier / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Vor dem Hintergrund des Hochwassers in Süddeutschland fordert der neue Vorsitzende des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen, Christoph Busch, eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden.

"Der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen spricht sich für die Einführung einer Elementarschaden-Pflichtversicherung aus", sagte Busch im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Voraussetzung ist, dass sich die Prämien grundsätzlich am versicherten Risiko orientieren."

Der Sachverständige Busch, dessen Gremium das Bundesumweltministerium berät, sagte der NOZ, die Höhe der Versicherungsbeiträge könnte von den Bemühungen der Versicherten abhängig gemacht werden: "Denkbar wäre auch ein Modell, bei dem zusätzliche Maßnahmen für den Hochwasserschutz seitens der Versicherten zu einem Prämienrabatt führen."

Ein Versicherungsbeitrag, der für alle gleichermaßen gilt, lehnt Busch ab: "Eine Einheitsprämie setzt die falschen Anreize und führt zu einer Umverteilung in die falsche Richtung." Busch zufolge, seien präventive Maßnahmen nicht wichtiger als ein verpflichtender Versicherungsschutz: "Pflichtversicherung und Hochwasserschutz müssen sich ergänzen."

Frankreich, wo der Schutz gegen Elementarrisiken staatlich geregelt ist, diene nicht als Vorbild. "Die Prämien, die dort gezahlt werden, sind nicht risikobasiert. Daher ist das französische System total untertarifiert und wirtschaftlich auf längere Sicht nicht tragfähig."

Ein freiwilliger Versicherungsschutz, den Verbraucher aktiv ablehnen müssen, sei allenfalls ein Kompromiss. "Es ist davon auszugehen, dass sich dann immer noch nur maximal 80 Prozent versichern würden. Sollte sich später noch herausstellen, was nicht unwahrscheinlich ist, dass die restlichen 20 Prozent überwiegend in den am höchsten gefährdeten Zonen liegen, dann wird die Allgemeinheit bei der nächsten Hochwasserkatastrophe wieder einspringen müssen."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung