Foto: Michael Kauer / CC0 (via Pixabay)
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Der frühere Kanzleramts- und Innenminister Rudolf Seiters (CDU) lehnt es ab, im 30. Jahr nach dem Mauerfall von einer "Entfremdung" zwischen Ost und West in Deutschland zu sprechen. "Davon habe ich auch bei meinen vielen Begegnungen als Präsident des Deutschen Roten Kreuzes wenig gespürt", sagte Seiters im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Allerdings gebe es speziell in Ostdeutschland beim Thema Integration und Sicherheit Sorgen, manchmal auch Ängste, "die leider von Rechtsextremen bewusst geschürt werden".

Laut Seiters ist aber "die Mehrheit der Menschen ganz eindeutig gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus". Seiters hatte vor genau 30 Jahren (Stichtag 30. September) in der westdeutschen Botschaft in Prag zusammen mit dem damaligen Außenminister Hans Dietrich Genscher (FDP) rund 5000 DDR-Flüchtlingen die Erlaubnis zur Reise in den Westen mitgeteilt und so den Weg zur Einheit bereitet.

Der ehemalige Minister hält die Lage in den neuen Bundesländern für "durchaus erfreulich", wenn es um Wirtschaftskraft und Erwerbstätigkeit geht. Zugleich stimmte Seiters der Selbstkritik der ehemaligen Treuhand-Chefin Birgit Breuel zu, wonach beim Neuanfang den Menschen im Osten "sehr viel zugemutet" worden sei. Millionen seien beim abrupten Übergang zur sozialen Marktwirtschaft mit ganz unbekannten Herausforderungen konfrontiert gewesen - der Schließung von unrentablen Fabriken, dem Verlust von Arbeitsplätzen, mit plötzlichem Umlernen am Arbeitsplatz, in der Politik, in der Verwaltung, im privaten Bereich. "Es musste ja auch alles sehr schnell gehen, denn das Zeitfenster zur Wiedervereinigung stand nur kurze Zeit offen", sagte Seiters, der ein enger Weggefährte des damaligen Kanzlers Helmut Kohl (CDU) war. Die Ostdeutschen könnten aber "stolz sein, dass ihr mutiger gewaltfreier Widerstand bei den Großdemonstrationen in Leipzig, Dresden, Berlin und anderen Städten entscheidend zur Wiedervereinigung unseres Landes beigetragen hat".



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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