Freitag, 22 Jan 2021
Foto: Claus Ableiter / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)
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Kochgeschirr Hersteller Fissler verkauft Messer der Premiumserie Passion unter falscher Qualitätskennzeichnung. Nach Recherchen des Verbrauchermagazins "Markt" im NDR Fernsehen hat Fissler Messerklingen mit dem Aufdruck "X50CrMoV15" in den Umlauf gebracht, die diesem Standard nicht entsprechen und von minderwertiger Güte sind.

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Foto: EU2017EE / CC BY 2.0 (via Flickr)

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Deshalb wirft die Wettbewerbszentrale Hamburg dem Traditionsunternehmen einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor und hat aufgrund der "Markt" Recherchen ein Verfahren gegen das Unternehmen eingeleitet.

Das Verbrauchermagazin "Markt" hatte die amtliche Materialprüfungsanstalt in Bremen mit der chemischen Untersuchung von Klingenstählen großer Marken-Hersteller wie Fissler, WMF und Zwilling beauftragt. Während WMF und Zwilling ihre Qualitätsversprechen halten, haben die Laboruntersuchungen der Produkte aus dem Hause Fissler große Qualitätsmängel ergeben.

In Hochglanz-Produktkatalogen bewirbt Fissler seine Premium-Messer-Serien: "Nach alter Tradition wird jedes einzelne Messer aus einem Stück rostfreiem Chrom-Molybdän-Vanadium-Stahl geschmiedet." Der untersuchten Passion-Messerklinge wurde aber weder Molybdän noch Vanadium zulegiert. Damit erfüllt die Klinge nur die niedrigere Qualitätsstufe "X39Cr13" und nicht die aufgedruckte Kennung "X50CrMoV15".

"Der Verbraucher wird in die Irre geführt über ein wesentliches Produktmerkmal. Und das ist lauterkeitsrechtlich verboten", kritisiert Peter Brammen von der Wettbewerbszentrale in Hamburg.

Aufgrund der "Markt"-Recherchen zieht Fissler nun alle betroffenen Messer der betroffenen Charge aus dem Verkehr und versichert: "Wir werden alle Korrosionsreklamationen bei Passion-Messern großzügig behandeln und den betroffenen Verbrauchern über unseren Kundenservice einen kostenfreien Austausch anbieten."

Mehr zum Thema in der Sendung "Markt" am Montag, 8. Juni, um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen und bei www.NDR.de/markt.

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