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Ukraine-Krise

Nine-Eleven-Moment für Europa

Der frühere Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels, hat die Bedeutung des russischen Angriffs auf die Ukraine mit der des Terroranschlags auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 verglichen.

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Der frühere Kieler Bundestagsabgeordnete bemängelte auch den Zustand der Bundeswehr-Ausrüstung. "Das Material ist in dramatischer Verfassung. Es ist in manchen Bereichen zu alt, in manchen Bereich gibt es zu wenig - und wenn es mal neues gibt, funktioniert es erst mal lange nicht", monierte Bartels.
Der frühere Kieler Bundestagsabgeordnete bemängelte auch den Zustand der Bundeswehr-Ausrüstung. "Das Material ist in dramatischer Verfassung. Es ist in manchen Bereichen zu alt, in manchen Bereich gibt es zu wenig - und wenn es mal neues gibt, funktioniert es erst mal lange nicht", monierte Bartels.
Foto: Simone vom Feld

Der frühere Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels, hat die Bedeutung des russischen Angriffs auf die Ukraine mit der des Terroranschlags auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 verglichen.

"Für Europa ist das ein Nine-Eleven-Moment", sagte Bartels der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Das ist ein Tag, der alles verändert. Man sieht plötzlich etwas, das man nie mehr erwartet hat - dass noch mal ein Angriffskrieg in Europa stattfindet." Gleichzeitig sieht Sozialdemokrat Bartels in der russischen Invasion auch "den Beginn eines neuen Kalten Krieges".

Als Konsequenz aus dem russischen Angriff forderte Bartels eine grundlegende Strukturreform der Bundeswehr. "Wir brauchen in der Bundeswehr weniger Kommandobehörden und mehr Truppe, also voll aufgestellte organische Kräfte", sagte er. Vor allem im Heer seien Änderungen nötig. Derzeit gebe es dort statt der angestrebten acht bis zehn Brigaden nur siebeneinhalb, denen zudem "wichtige Fähigkeiten fehlen" würden, kritisierte Bartels: "Die haben keine eigenen Fernmelder, keine eigene Sanität, keine eigene Logistik, keine eigene ABC-Abwehr."

Die Lücken liegen laut Bartels vor allem daran, dass das Heer seit der letzten Reform von 2011 noch auf Einsätze wie den kürzlich beendeten in Afghanistan ausgerichtet sei, in denen sich sechs Brigaden in regelmäßigen Abständen abgewechselt haben und nur die vor Ort eingesetzte vollständig versorgt war. Nötig seien aber Brigaden, die alle komplett ausgerüstet sein müssten und gleichzeitig verlegt werden könnten. "Derzeit ist Deutschland aber nicht mal in der Lage, eine Brigade für die Nato-Reaktionsstreitkräfte voll auszurüsten", kritisierte Bartels.

Der frühere Kieler Bundestagsabgeordnete bemängelte auch den Zustand der Bundeswehr-Ausrüstung. "Das Material ist in dramatischer Verfassung. Es ist in manchen Bereichen zu alt, in manchen Bereich gibt es zu wenig - und wenn es mal neues gibt, funktioniert es erst mal lange nicht", monierte Bartels. Außerdem forderte der SPD-Mann, dass die Bundesregierung rasch die Verteidigungsausgaben erhöht, wie es im Koalitionsvertrag vereinbart ist: "Es wird zusätzliches Geld gebraucht - je schneller desto besser."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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