Mittwoch, 02 Dez 2020
Der Einstieg bei Curevac lässt sich nicht mit einer Notsituation begründen.
Der Einstieg bei Curevac lässt sich nicht mit einer Notsituation begründen. Foto: Patrick Büttgen / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
 1-2 Minuten Lesezeit  359 Worte im Text  vor 169 Tagen

Wenn ein Staat innovative Unternehmen unterstützen will, kann er die Fördertöpfe vergrößern, er kann steuerlich entlasten und regulatorisch ein Umfeld schaffen, das guten neuen Ideen keine Grenzen setzt. Beteiligen muss er sich nicht an solchen Hoffnungsträgern - auch nicht, wenn es helfen könnte, eine Pandemie zu bekämpfen.

empty alt
Foto: linsepc / CC0 (via Pixabay)

Gigabit ist nicht gleich Glasfaser

Mit der Entscheidung, 300 Mill. Euro in die Hand zu nehmen, um sich am Tübinger Biotechunternehmen Curevac einzukaufen, greift sich die Bundesregierung wahllos eine Firma heraus, die wie viele andere daran arbeitet, rasch einen Impfstoff gegen Covid-19 zu entwickeln. Da sich bislang kein Durchbruch einer Technologie abzeichnet, muss es verwundern, weshalb der Bund gerade auf Curevac setzt und mit dem Geld kein Programm stützt, das allen Corona-Jägern zugute käme.

Den Forschern werden seit geraumer Zeit zurecht in großem Umfang aus verschiedenen staatlichen und privaten Töpfen Mittel angeboten, um rasch Therapien gegen die Pandemie zu finden. Viele gehen ein großes Risiko ein, wenn sie ihre Kapazitäten nun mit hoher Intensität auf Corona ausrichten und dabei andere Projekte vernachlässigen müssen.

Zudem ist die Pharmabranche gefordert, schon jetzt die Herstellung großer Mengen an Produktkandidaten zu gewährleisten, auch wenn ein großer Teil der Anlagen später nicht gebraucht wird, weil die erhoffte Wirkung in klinischen Studien nicht nachgewiesen wurde. Auch dafür ist breiter und nicht vereinzelter staatlicher Einsatz notwendig - am besten global koordiniert, weil keiner darauf setzen kann, dass es ein heimisches Unternehmen ist, das ins Schwarze trifft.

Der Einstieg bei Curevac lässt sich nicht mit einer Notsituation begründen, wie etwa das Engagement der KfW am Netzbetreiber 50 Hertz, wo der Bund die Übernahme eines wichtige Infrastrukturanbieters durch Chinesen vereiteln wollte. Curevac war zwar in den Schlagzeilen, weil angeblich die USA die Firma entweder kaufen oder sich den möglichen Impfstoff exklusiv sichern wollten. Das wurde vom Management indes als fake news zurückgewiesen.

Ob Curevac tatsächlich "systemrelevant" wird, ist höchst ungewiss, denn leider kommt in der Pharma nur ein Bruchteil der Projekte ins Ziel. Bislang ist noch kein Impfstoff im Markt, der auf der von Curevac und anderen eingesetzten Gentechnologie basiert. Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer, lässt sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier selbstkritisch vernehmen. Vermutlich ist er auch nicht der bessere Investor.

Quelle: ots/Börsen-Zeitung
#mehrNachrichten
Donald Trump ist kein Betriebsunfall der amerikanischen Geschichte.
Foto: History in HD

Zersetzend

Geschichte wiederholt sich nicht? Bei traumatischen Präsidentschaftswahlen in den USA anscheinend schon. Donald Trump ohne Chance? Dieses Mal wie vor vier Jahren falsch. Auch diesmal keine blaue...
Der Verfall der türkischen Lira wurde durch die Personalentscheidungen und die Kehrtwende der Politik jedenfalls gestoppt.
Foto: Kadir Kritik

Radikalkur am Bosporus

Es ist ein Befreiungsschlag für die Lira, was sich in den vergangenen zehn Tagen in der Türkei getan hat. Nach dem Abgang von Zentralbankchef und Finanzminister scheint sich zu bestätigen, dass das...
Demnach meldeten Mitarbeiter im Rahmen einer internen Sonderauswertung für Juni 2020 insgesamt 106 private Finanzgeschäfte mit Bezug zur Wirecard AG.
Foto: Thomas Wolf / CC0 via Wikimedia Commons

Bafin-Mitarbeiter schlossen Wirecard-Geschäfte noch nach Insolvenzmeldung ab

Beschäftigte der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin, haben auch noch lange nach offiziellen Meldungen zum Milliardenbetrug beim einstigen Dax-Aufsteiger Wirecard private...
Die Nato-Erklärung sieht vor, dass die Bündnispartner ihre Verteidigungsausgaben bis zum Jahr 2024 auf zwei Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung steigern.
Foto: Jobst Christian Höche

Linke kritisieren Aufrüstung in Zeiten der Corona-Krise

Die Linken im Bundestag drängen angesichts der Corona-Krise und mit Blick auf die US-Wahlen auf eine Kehrtwende in der deutschen Verteidigungspolitik. Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte in...
"Deutschland sollte fest an der Seite Frankreichs und Österreichs stehen und dies deutlicher artikulieren", sagte Kuhle
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Deutschland muss im Kampf gegen Islamismus deutlicher werden

Der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Konstantin Kuhle, hat die Bundesregierung aufgefordert, sich im Kampf gegen den islamistischen Terror deutlicher an die Seite Frankreichs...
Es herrschten "teilweise miserable Bedingungen in der Milchviehhaltung".
Foto: Wolfgang Ehrecke

Tierschutzbund fordert strengere Vorgaben für Haltung von Milchkühen

Der Deutsche Tierschutzbund hat die Bundesregierung aufgerufen, die Haltungsbedingungen von Milchkühen in Deutschland zu verbessern. Es herrschten "teilweise miserable Bedingungen in der...
Die Beschäftigten der Veranstaltungsbranche und in ihrer Existenz bedrohte Cafés und Läden bräuchten Verlässlichkeit und Sicherheit über den November hinaus, sagte Göring-Eckardt weiter.
Foto: Harald Krichel / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Göring-Eckardt macht Druck bei Novemberhilfen

Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt hat eine von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) in Aussicht gestellte Ausweitung der November-Hilfen für Unternehmen und Selbstständige begrüßt. "Dass sich...
Back To Top