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Als Antwort auf den Skandal um Fipronil-belastete Eier fordert die Verbraucherorganisation foodwatch von der Bundesregierung wirksame gesetzliche Maßnahmen gegen Gesundheitsgefahren und Betrug im Lebensmittelsektor.

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In einem heute veröffentlichten Aktionsplan verlangte foodwatch höhere Strafen für Unternehmen, die gegen Vorschriften des Lebensmittelrechts verstoßen. Zudem sollen Hersteller dazu verpflichtet werden, eine lückenlose Rückverfolgbarkeit ihrer Lieferkette zu gewährleisten. Und Behörden müssten künftig besser und schneller die Öffentlichkeit informieren, heißt es in dem Papier.

"Gammelfleisch, Dioxin und nun Fipronil - viele große Lebensmittelskandale folgen dem gleichen Muster: Erst wird betrogen, dann zu spät informiert und am Ende bleiben wirksame politische Konsequenzen aus", erklärte Lena Blanken, Expertin für Lebensmittelhandel bei foodwatch. "Statt die Verantwortung auf andere Länder zu schieben, muss Bundesernährungsminister Christian Schmidt endlich höhere Strafen durchsetzen, damit sich solche Skandale nicht wiederholen."

Höhere Strafen für Unternehmen könnten foodwatch zufolge eine abschreckende Wirkung entfalten. Betrug dürfe sich nicht länger lohnen, so foodwatch. Zudem müsse eine lückenlose Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette von Lebensmitteln gewährleistet werden. Aktuell müssen Lebensmittelunternehmer nur ihre Zulieferer sowie Abnehmer kennen. Der Fipronil-Skandal habe gezeigt, dass die Verpflichtungen nicht ausreichen, kritisierte die Verbraucherorganisation. Bis heute könne nicht nachvollzogen werden, in welchen Lebensmitteln belastete Eier verarbeitet wurden. Der foodwatch-Aktionsplan sieht zudem vor, dass Behörden umgehend alle bereits vorliegenden gesundheitsrelevanten Testergebnisse der amtlichen Lebensmittelkontrolle unter Nennung von Hersteller- und Produktnamen öffentlich und den Verbraucherinnen und Verbrauchern auf verständliche Weise zugänglich machen.

Der Fipronil-Skandal zieht immer größere Kreise. Das Bundesernährungsministerium geht davon aus, dass mittlerweile möglicherweise rund zehn Millionen belastete Eier aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden sind. In mehreren Bundesländern werden derzeit auch andere Lebensmittel auf Fipronil-Belastungen hin überprüft. Das Insektizid könnte bei der Verarbeitung von Eiern beispielsweise in Nudeln oder Kuchen gelangt sein.



Quelle: foodwatch


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