Foto: Jörg Farys / Fridays for Future / CC BY 2.0 (via Flickr)
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Professor Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertaler Klimainstituts, vergleicht die wegen des Klimawandels anstehenden Veränderungen mit denen der industriellen Revolution. Schneidewind sagte im Interview mit der "Heilbronner Stimme" (Samstag): "Wir müssen den Menschen konkrete Wege aufzeigen, ohne ihnen Angst zu machen. Das sollte gelingen. Denn dieser Wandel hat das erstrebenswerte Ziel, die Lebensgrundlagen der Menschen zu erhalten. Ganz sicher ist damit auch ein kultureller Veränderungsprozess verbunden. Die Größe der Umwälzungen ist vergleichbar mit der Wucht der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts."

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Schneidewind betonte: "Die Menschheit wächst rasant, unsere Ressourcen sind begrenzt. Um diese Herausforderungen zu meistern, bedarf es umfassender technologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Veränderungen: Wie gelingt die Energiewende, die Mobilitätswende, wie sehen die Städte der Zukunft aus, wie ernähren wir uns künftig, wie schaffen wir eine funktionierende Kreislaufwirtschaft? Und wie definieren wir in Zukunft unser Verständnis von Wohlstand und gutem Leben? Auf diese Fragen müssen wir rasch Antworten geben. Das nenne ich die "Große Transformation", und sie hat bereits begonnen."

Es gebe eine "klare Erwartungshaltung in großen Teilen der Bevölkerung, die sich von der Regierung klare Schritte hin zu einem besseren Klimaschutz wünscht". Zur CO2-Debatte sagte er: "Die CO2-Bepreisung ist ein weiterer wichtiges Signal für klimafreundliches Handeln im Privaten und in Unternehmen. Europa muss hier engagiert vorangehen und Anreize schaffen, dass viele weitere Länder mitziehen. Und es braucht Lösungen, die verhindern, dass CO2-intensive Branchen im internationalen Wettbewerb aus Europa verdrängt werden."

Die Bewegung Fridays for Future sei ein echter "Mutmacher". Schneidewind: "Fridays for Future hat sicher ein Umdenken bewirkt. Ich bin beeindruckt, wie tief die Bewegung in der Jugend verankert ist, aber auch inzwischen bei vielen Erwachsenen. Wir sehen eine starke junge Generation, die mit aller Klarheit diese Zukunftsherausforderung sieht und bereit ist, dafür zu kämpfen. Das ist ein echter Mutmacher. Wir sollten aber nicht der Illusion erliegen, dass der Klimawandel nun immer das dominante Thema bleibt. Es gibt viele Probleme, die einer Lösung bedürfen, Armut und Flucht oder die globale Sicherheitslage. Oft hängen aber diese mit dem Klimawandel zusammen. Der Klimaschutz ist als grundlegendes Thema erkannt, und wird auf der politischen Agenda bleiben. Es wäre ein großer Schritt nach vorne, wenn wir hier zu einem breiten, gesellschaftlichen Grundkonsens kommen."

Uwe Schneidewind ist seit 2010 Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie sowie Professor für "Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit" an der Bergischen Universität Wuppertal. Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie wurde 1990 gegründet.



Quelle: ots/Heilbronner Stimme
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