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Gefährlicher Wirrwarr

Dass schon elf- und zwölfjährige Mädchen hungern und Diät machen, geht eindeutig zu weit. Auch, dass die Zahl der übergewichtigen Kinder steigt, ist sehr bedenklich. Serien wie "Germany' s Next Topmodel" tragen dazu bei, dass sich jede Otto-Normal-Zuschauerin schlecht fühlt.

Geschrieben von Viktoria Bartsch am . Veröffentlicht in Themen.
Foto: Karolina Grabowska / pixabay (CC)

Dass schon elf- und zwölfjährige Mädchen hungern und Diät machen, geht eindeutig zu weit. Auch, dass die Zahl der übergewichtigen Kinder steigt, ist sehr bedenklich. Serien wie "Germany' s Next Topmodel" tragen dazu bei, dass sich jede Otto-Normal-Zuschauerin schlecht fühlt.

Da gibt es eine Moderatorin, der man ihr Alter und ihre drei Schwangerschaften nicht ansieht, da gehen ohnehin schlanke Kandidatinnen im Bikini über den Laufsteg - alle ohne "Makel" wie Pickel oder Cellulitis. Obwohl Frauen die Zielgruppe dieser Sendungen sind, hat es für sie immer einen faden Beigeschmack. Denn der perfekte Frauenkörper ist, wenn überhaupt, nur schwer zu erreichen. Schon Durchschnittsfiguren hält man in der Modeszene für nicht werbetauglich.

Wem jetzt die Frauenzeitschrift Brigitte einfällt und deren Versuch, mit normalen Frauen Werbung zu machen, - das Magazin ist schon längst zu professionellen hyperschlank Models zurückgekehrt. Werbung trägt erheblich dazu bei, mit welchem Gefühl man sich im Spiegel betrachtet. Immer mit der unterschwelligen Botschaft: Nur wenn du schlank bist, bist du etwas wert, hast du Erfolg.

Auf der anderen Seite ist das ungesunde Essensangebot so groß wie nie zuvor. Egal ob Burger, Pizza, Pommes und Co - Hunger kann in kürzester Zeit gestillt werden. Bei diesem Wirrwarr aus Schönheitsideal und Essensangebot fällt es schon Erwachsenen schwer, den Überblick zu behalten und sich in ihrer Haut wohl zu fühlen. Von Kindern kann man das nicht erwarten. Sie eifern nach, können größere Zusammenhänge noch nicht erfassen. Ob Magersucht oder krankhaftes Übergewicht, Essstörungen sind kein guter Start ins Leben. Kinder und Jugendliche leiden nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Um sie zu schützen, braucht es an erster Stelle eine Erziehung zu bewusster Ernährung, ohne dabei den Spaß am Essen zu nehmen. Zugleich sollten die falschen Ideale und Werbebotschaften nicht jederzeit und überall auf die Kinder einprasseln. Sendungen, in denen ein übertriebenes Schönheitsideal propagiert wird, gehören, wenn nicht ganz verbannt, dann aber auf einen späteren Sendeplatz.

Werbung, die suggeriert, dass Burger und Schokocreme gesund sind, braucht auch niemand. Und die Hersteller von Lebensmitteln müssen endlich dazu gebracht werden, weniger Zucker zu verwenden.



Quelle: ots/Neue Westfälische



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