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Die Befürchtungen, die es vor 60 Jahren bei der Wiederbewaffnung gab, sind nicht eingetreten. Durch die Bundeswehr ist Deutschland nicht zur Bedrohung für seine Nachbarn geworden. Im Gegenteil. Die Bundeswehr war von Beginn an eine Kooperationsarmee und diente dem gemeinsamen Schutz der demokratischen Staaten Europas.

Der rot-rot-grüne Berliner Senat hatte am Dienstag letzter Woche beschlossen, dass die Schulen der Hauptstadt zum Start des neuen Schuljahrs 2020/21 wieder in den Regelbetrieb übergehen.
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Berlins Bildungssenatorin Scheeres verteidigt Komplettöffnung der Schulen

Allerdings, mit der Grundentscheidung zur Einbettung in den Westen und die Nato wurde Deutschland wieder Frontgebiet im Kalten Krieg. Diese Sorge war berechtigt, auch wenn man sich fragen muss, wohin die Alternative - Neutralität - geführt hätte.

Die Bundeswehr ist auch kein Staat im Staate geworden, wie manche befürchteten. Niemals haben Offiziere der Bundeswehr versucht, gegen die Politik zu handeln. Das Prinzip des Bürgers in Uniform und die innere Führung waren Konsequenzen aus dem unseligen Kadavergehorsam, mit dem die Wehrmacht Hitlers wahnwitzige Eroberungsfantasien umgesetzt und seine Vernichtungsorgien unterstützt hatte. Reste dieser Vorgängerarmee, die zu Beginn naturgemäß noch sehr stark waren, wurden nach und nach entfernt, im Personal, aber auch in den Symbolen. Heute heißen viele Kasernen nach Widerstandskämpfern.

Auch chauvinistische Großdeutschland-Allüren sind durch die Bundeswehr nicht verstärkt worden, auch nicht nach der Wiedervereinigung, als die Volksarmee dazu kam. Ihr Status als Parlamentsarmee - jeder Auslandseinsatz muss genehmigt werden - stand und steht einer solchen Orientierung entgegen, vor allem aber die in den 60 Jahren des Bestehens der Bundeswehr entwickelte Kultur der militärischen Zurückhaltung. Sie ist weiterhin gemeinsame Grundhaltung der Bevölkerung und der Politik. Und auch der Soldaten.

Freilich, und hier zeigt sich eine Kehrseite, haben sich die Zeiten geändert. Angesichts unübersichtlicher Sicherheitslagen und asymmetrischer Bedrohungen gibt es neue Herausforderungen, auf die die deutsche Armee höchst unzureichend vorbereitet ist. Der Kalte Krieg, in dem es zum Glück nie Einsätze gab, hatte die Bundeswehr träge und teilweise sogar beamtisch gemacht. In der Zeit danach wurde sie dann in Erwartung einer "Friedensdividende" regelrecht geplündert. Reformen, die sie auf die neue Zeit einstellen, sind erst sehr spät formuliert und bislang unzureichend umgesetzt worden.

Die Bundeswehr muss in Zukunft eine Armee sein, die in gemeinsamen internationalen Einsätzen hilft, Konflikte zu lösen und Länder zu stabilisieren. Das hat fast immer eine zivile, aufbauende Komponente, erfordert aber auch eine robuste Ausrüstung. Um solche komplexen Einsätze zu bestehen, müssen die Soldaten optimal ausgestattet sein. Und optimalen politischen Rückhalt haben. Wenn schon raus, dann konsequent und nachhaltig wirkend. Von einem solchen Status ist die Bundeswehr derzeit noch ein gutes Stück entfernt.



Quelle: ots / Lausitzer Rundschau


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