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Die Zahl der Geldwäsche-Verdachtsmeldungen ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Nach Informationen von NDR und Süddeutscher Zeitung hat die auf Geldwäsche spezialisierte Zolleinheit FIU (Financial Intelligence Unit) 2018 deutlich mehr als 70.000 solcher Meldungen erhalten. 2017 waren es noch 59.000, vor zehn Jahren 7.300. Recherchen beider Medien zufolge werden für die Geldwäsche vermehrt Konten von Onlinebanken genutzt. Diese Bankkonten werden oft von ahnungslosen Dritten eröffnet, von Kriminellen gekapert und verkauft.

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Betreiber sogenannter Fake-Shops wickeln mit diesen Konten dann ihre illegalen Geschäfte im Internet ab und lassen eingenommenes Geld in dunklen Kanälen verschwinden. Alle Banken sind verpflichtet, einen Verdacht auf Geldwäsche zu melden und bei Auffälligkeiten Konten zu schließen. Aufgrund der Vielzahl der Meldungen und weil die Täter schneller sind als die Banken, kommen Staatsanwaltschaften, Polizei und Zoll meist nicht hinterher.

Die von den Banken abgegebenen Geldwäsche-Verdachtsmeldungen sind zudem offenbar häufig unzureichend. FIU-Chef Christof Schulte sagt: „Wie gut die FIU ihre Arbeit erfüllen kann, hängt auch wesentlich von der Qualität der Verdachtsmeldungen ab. Diese ist noch nicht bei allen Meldeverpflichteten gleichbleibend hoch, obwohl sie sich erkennbar Mühe geben.“ Darüber hinaus gäben einige Banken viel zu viele Meldungen ab, die, wie Schulte sagt, „nicht werthaltig“ seien: „Oft sind die Verdachtsmeldungen mangelhaft ausgefüllt, weshalb wir nachhaken müssen.“ Die dafür aufgewendete Zeit fehle der FIU bei der Analyse und Verteilung der Fälle und verschaffe Betrügern tendenziell einen Vorsprung. Die Zolleinheit habe zwar bereits dreimal mehr Stellen als bisher, dennoch sei „die Arbeitsauslastung sehr hoch für all unsere Abteilungen“, so Schulte.

Zum Problem gehört zudem die teilweise ungenügende Kontrolle bei Banken. NDR und SZ hatten Mitte April beispielhaft über eine Liste mit mehr als 400 Konten bei der Berliner Onlinebank N26 berichtet, die mutmaßliche Betrüger zur Geldwäsche nutzten. Die Konten waren in vielen Fällen mehrere Wochen aktiv, bevor die Bank sie einfror und anschließend schloss. Die Finanzaufsicht Bafin verlangt jedoch von Banken, solche Konten unverzüglich zu schließen, also unter Umständen binnen Stunden oder weniger Tage. N26 teilte mit, man setze nun zusätzliche Systeme ein, um Betrug und Geldwäsche zu verhindern. Darüber hinaus gehe man aktiv gegen Fake-Konten vor. Lediglich bei der Kommunikation mit Kunden sei man in der Vergangenheit zu langsam gewesen.



Quelle: NDR
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