Foto: Mr. Wang / Flickr (CC)
 2-3 Minuten Lesezeit  504 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Sagt Ihnen der Name Clarence Birdseye etwas? Nein? Aber bei Käpt'n Iglo klingelt es bestimmt. Tatsache ist, dass es ohne Birdseye heute keine Fischstäbchen gäbe und keine anderen rund 17.000 gefrorene Artikel in den Tiefkühltheken der deutschen Supermärkte. Denn Clarence Birdseye ist kein geringerer als der Erfinder des industriellen Tiefkühlverfahrens.

Lediglich 36,7 Prozent aller Praxisstandorte weisen wenigstens ein entsprechendes Merkmal zur Barrierefreiheit auf.
Foto: Gerd Altmann

Nur jede dritte Arztpraxis für Patienten mit Behinderung geeignet

Auf die Idee brachten den Meeresbiologen die Inuit (vormals: Eskimos) auf Forschungsreisen nach Labrador, im Norden Kanadas ab dem Jahr 1912. Birdseye beobachtete, wie die Einwohner frisch gefangenen Fisch an Leinen in den eisigen Wind hingen und sich nur kleine Eiskristalle bildeten. Fasziniert, wie frisch der Fisch nach dem Auftauen und Zubereiten selbst nach mehreren Wochen schmeckte, machte er sich zu Hause gleich auf die Suche nach dem Geheimnis. Sehr schnell kam er auf die Idee, dass es an der Schnelligkeit des Einfrierens lag.

Denn je schneller der Fisch eingefroren wurde, desto kleinere Eiskristalle bildeten sich. Entsprechend blieb die Struktur der Zellen intakt und der Fisch blieb "frisch" bis zur Zubereitung. So entwickelte Birdseye bereits 1926 das erste Gerät zum Tiefkühlen; die "Quick Freeze Machine". Sie auf demselben Prinzip beruhte, wie die Konservierungsmethode der Inuit: Runter mit der Temperatur so schnell wie möglich. Die Methode funktionierte - nach mehreren Versuchsreihen - auch für Obst und Gemüse.

Es dauerte aber bis ins Jahr 1930, bis die ersten Produkte auch tatsächlich in Geschäften auftauchten. In den USA waren bereits Tiefkühler für den Verkauf von Eiscreme gang und gäbe und man räumte für die neuen Produkte ganz einfach die Vanille-Eiscreme etwas zur Seite, um Platz zu schaffen.

Vor 85 Jahren also wurde der Lebensmittelmarkt revolutioniert. Deutschland musste allerdings noch satte 25 Jahre warten; ganz einfach, weil die Tiefkühltruhen fehlten. 1955 wurden dann auf der größten internationalen Lebensmittelmesse Anuga in Köln erstmals Tiefkühlprodukte einem breiten Fachpublikum aus dem Handel vorgestellt.

Die Fischstäbchen als reines Tiefkühlprodukt waren geboren. Aber es dauerte natürlich auch noch seine Zeit, bis die deutschen Haushalte mit entsprechenden Geräten "aufgerüstet" waren. Inzwischen liegt der Pro-Kopf-Verbrauch jedes Bundesbürgers bei über 41 Kilogramm. 1960 lag er noch bei durchschnittlich 400 Gramm.

Beim industriellen Schockfrosten werden die Lebensmittel schnell bei Temperaturen von unter minus 30 Grad Celsius eingefroren. Die Zellflüssigkeit bildet bei diesem schnellen Verfahren nur sehr kleine Eiskristalle, die die empfindlichen Zellstrukturen der Produkte nicht beschädigen können. Vitamine, Mineralien, wichtige Inhaltsstoffe, Geschmack und die Saftigkeit bleiben erhalten.

Das schafft man in einem Tiefkühlgerät für den Privathaushalt natürlich nicht. Aber nahezu alle Lebensmittel kann man auch zu Hause einfrieren - vorausgesetzt, man weiß wie. Frisches Gemüse beispielsweise sollte vor dem Tiefkühlen blanchiert werden, sonst verliert es Farbe, Geschmack und Vitamine. Zum Einfrieren eignen sich Obst, Gemüse, Fleisch, Geflügel, Fisch, Brot, Kuchen und gegarte Speisen. Es sollten nur Nahrungsmittel bester Qualität verwendet werden. Ungeeignet sind dagegen zum Beispiel Eier, Blattsalate, rohe Kartoffeln, Gurken, rohe Äpfel und Birnen. Der Grund: Solche wasserreichen Lebensmittel werden beim Auftauen matschig und verlieren ihre typische Konsistenz. Ungeeignet sind auch Milchprodukte wie Jogurt, Dickmilch, Saure Sahne und Creme fraiche. Sie flocken schnell aus und werden grießig.



Quelle: Harald Seitz - aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz


#mehrNachrichten
Deutschland hat sich bei den Militärausgaben auf den siebten Platz in der Welt hochgekämpft - und ist stolz darauf.
Foto: Stephen Leonardi

Ernstfall: Wettrüsten der Großmächte

Von wegen Krise: Der Rüstungswettlauf hat trotz Pandemie Konjunktur, die weltweiten Ausgaben haben bereits wieder eine Höhe wie im ersten Kalten Krieg erreicht. Parallel dazu herrscht zwischen den...
Es brauche nun "klare Kriterien dafür, wann für wen die Freiheit zurückkehren kann", betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Mützenich attackiert Baerbock, will Freiheit für Geimpfte und das Zwei-Prozent-Ziel der Nato muss weg

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat eine rasche Aufhebung der Corona-Beschränkungen für Geimpfte gefordert. "Das muss zügig kommen, denn wir sollten uns die Entscheidung darüber nicht von den...
Laut einem ARD-Bericht wird Amazon-Mitarbeitern verwehrt, sich mit einer FFP2-Maske zu schützen.
Foto: Medien-gbr / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Grenzenlose Profitgier

Der DGB drängt darauf, die Gesundheit von Arbeitnehmern besser zu schützen, und nimmt dabei den Versandhändler Amazon ins Visier. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der "Neuen Osnabrücker...
Mittel- und langfristig braucht es einen neuen Anlauf im Friedensprozess.
Foto: Hosny Salah

Hamas muss sofort Weg für Waffenruhe freimachen

Der SPD-Außenpolitiker Nils Schmid blickt mit Sorge auf den Konflikt im Nahen Osten. Schmid sagte der "Heilbronner Stimme": "Die Hamas muss den Beschuss Israels sofort einstellen, und den Weg für...
"Bürgermeister daran messen, was er real leistet" - Linken-Politikerin greift SPD-Chefin Esken scharf an - Neben Kritik auch Lob für "Querdenker"
Foto: DIE LINKE / CC BY 2.0 (via Flickr)

Wagenknecht verteidigt Palmer und ist offen für Koalition mit den Grünen

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat den umstrittenen Tübinger Bürgermeister Boris Palmer gegen den Vorwurf in Schutz genommen, ein Rassist zu sein. Wagenknecht sagte der "Neuen Osnabrücker...
Einer möglichen Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP steht Lindner skeptisch gegenüber.
Foto: INSM / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)

Lindner setzt auf "Modernisierungskoalition" mit seiner FDP

FDP-Chef Christian Lindner sieht nach der Kür der Kanzlerkandidaten von Grünen und Union gute Chancen für seine Partei, in einer nächsten Bundesregierung mitzuregieren. "Armin Laschet haben wir als...
Natur- und Umweltschutz und eine echte sozial-ökologische Wende funktionieren nur dann, wenn alle Menschen mitgenommen und niemand zurückgelassen wird.

Klimaschutzgesetz darf soziale Fragen nicht ignorieren

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, mahnt die Bundesregierung, bei der Neufassung des Klimaschutzgesetzes die sozialen Aspekte nicht zu vergessen. Schneider...
Back To Top