Freitag, 14 Aug 2020
Foto: Reza Dehshiri / CC-BY 4.0 (via Wikimedia Commons)
 1-2 Minuten Lesezeit  316 Worte im Text  vor 249 Tagen

Angesichts der laut des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri steigenden Umsätze in der internationalen Rüstungsindustrie fordern kirchliche Hilfswerke eine restriktivere Rüstungspolitik. Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks Misereor, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ): "Aus Sicht von Misereor sind mehr Waffen kein Garant für mehr Sicherheit und Frieden. Im Gegenteil: Waffen und Gewalt drohen die Erfolge, die verschiedene Akteure der Entwicklungszusammenarbeit weltweit über Jahre zum Wohle der Menschen aufgebaut haben, zu zerstören".

ESA Ariane 5 beim Start
Foto: DLR German Aerospace Center / CC BY 2.0 (via Flickr)

Esa-Chef Wörner wünscht sich mehr Geld aus Deutschland für die Raumfahrt

Als ähnlich bedrohlich beurteilt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von "Brot für die Welt", die Lage: "Der weltweite Waffenhandel steigt seit Jahren kontinuierlich an, und Deutschland kann sich als einer der fünf größten Rüstungsexporteure der Welt einer Mitverantwortung an diesem Trend nicht entziehen. Staaten, in denen seit Jahren Gewaltkonflikte toben, gehören auch deshalb zu den ärmsten der Welt. Sie verzeichnen eher Rückschritte als Entwicklungsfortschritte".

Für das kommende Jahr rechnen die Vereinten Nationen aufgrund der zunehmenden Anzahl von Krisen und Konflikten laut "Brot für die Welt" mit weltweit über 168 Millionen Hilfsbedürftigen. Füllkrug-Weitzel sagte der "NOZ" dazu: "Allein im Jemen sind 24 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, das sind 80 Prozent der Bevölkerung. Die Vereinten Nationen sprechen von der schwersten humanitären Katastrophe weltweit. Trotzdem hat Deutschland sowohl 2018 als auch 2019 Rüstungsexporte an Staaten wie Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate bewilligt. Beide sind am Krieg im Jemen beteiligt." Füllkrug-Weitzel forderte, Deutschland müsse sich "endlich an seine eigenen Grundsätze halten und Rüstungsexporte in Krisenregionen, unter anderem an Staaten der von Saudi-Arabien geführten Jemen-Kriegskoalition, ausnahmslos verbieten".

Nach Ansicht des Hilfswerkes Misereor könne es eine friedlichere Welt nur geben "mit sozialer Gerechtigkeit, mit Beendigung von Armut und Hunger, mit der Anerkennung der Menschenwürde". Hierzu leiste Entwicklungszusammenarbeit einen entscheidenden Beitrag, diese müsse gestärkt werden, forderte Misereor-Chef Spiegel. Mit Blick auf die Umsätze in der Rüstungsindustrie betonte er: "Wir brauchen mehr Mittel für Krisenprävention und zivile Konfliktbearbeitung zum Schutz der Menschenrechte weltweit."



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
#mehrNachrichten
Europa muss auch sicherheitspolitisch einen Mehrwert produziert. Dies ist eine der großen Zukunftsaufgaben.

Akut einsturzgefährdet

Donald Trump spielt wieder die deutsche Karte. Man täusche sich nicht: Der US-Präsident mag zwar wie von allen guten Geistern verlassen durch die Corona-Krise irren, doch am sicheren Gespür für die...
"Bei einem positiven Testergebnis müssen die Betroffenen schnellstmöglich informiert werden und nicht zwei Wochen warten - andernfalls wird die Gesundheit vieler Menschen aufs Spiel gesetzt."
Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Hofreiter kritisiert Söder wegen Testpanne in Bayern

Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, hat den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) wegen dessen Teststrategie scharf kritisiert. "Die aktuelle Testpanne in...
Gregor Gysi
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1990-1124-012 / Grubitzsch (geb. Raphael), Waltraud / CC BY-SA 3.0 DE

Ich hätte 1989 Nein sagen sollen, Politiker zu werden

Gregor Gysi führt seine Herzinfarkte auf den Stress und die Anfeindungen gegen ihn als Linken-Politiker zurück. "Hätte ich gewusst, was alles auf mich zukommt, hätte ich im Dezember 1989 Nein sagen...
Es kann also durchaus sein, dass sich Wladimir Putin mit dem Druck auf seine Forschungseinrichtungen und der vermeintlichen Spitzenleistung überhaupt keinen Gefallen getan hat.
Foto: Дмитрий Осипенко

Mit Impfung an die Weltspitze?

Und es gewinnt: Russland! In der aktuellen Covid-19-Pandemie hat sich ein Außenseiter nach vorn geschoben. Unter den mehr als 170 Projekten weltweit, in denen nach einem Impfstoff gegen das...
Die Erhöhung von Kindergeld und Kinderfreibetrag nützt denen am wenigsten, die sie am dringendsten brauchen
Foto: Rosa Luxemburg-Stiftung / CC BY 2.0 (via Flickr)

Anrechnung des Kindergeldes auf Hartz IV stoppen

Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hat die Pläne der Bundesregierung kritisiert, das Kindergeld und den Kinderfreibetrag ab 1. Januar 2021 zu erhöhen, und die Forderung nach einer...
"Es ist keine Option, nichts zu tun und wegzuschauen", sagte Asselborn nach der dritten blutigen Protestnacht in Minsk.
Foto: EU2017EE Estonian Presidency / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Luxemburgs Außenminister fordert von EU mehr "Druck auf Lukaschenko"

Vor der für Freitag geplanten außerplanmäßigen Videokonferenz der EU-Außenminister hat Luxemburgs Chefdiplomat Jean Asselborn eine deutliche Reaktion der EU angesichts des umstrittenen Wahlsiegs des...
"Die CDU hat angesichts der Pandemie eine ideologische Grundposition über Bord geworfen, an der sie noch 2013 die Sondierungen mit den Grünen scheitern ließ"
Foto: Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Trittin sieht neue Schnittmengen mit CDU und CSU

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin sieht durch die Corona-Politik neue Schnittmengen mit CDU/CSU für ein mögliches schwarz-grünes Bündnis nach der nächsten Bundestagswahl. Zugleich lehnt er das von...
Back To Top