Sonntag, 05 Jul 2020
Foto: Free-Photos / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  384 Worte im Text  vor 361 Tagen

Kommunale Identität ist ein entscheidender Faktor für soziales Engagement und politische Stabilität. Der Verlust kommunaler Identität bietet Nährboden für den Aufstieg populistischer Parteien. Das ergab die Studie "Stärkung kommunaler Identität" des ifo-Dresden im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Donald Trump
Foto: The White House / Public Domain (via Flickr)

Impeachment-Irrtümer

Repräsentative Befragungen der deutschen Bevölkerung zwischen 1981 und 2017 zeigen: Die Verbundenheit der Bürger mit der örtlichen Gemeinde ("Kommunale Identität") ist ein wichtiger emotionaler Bezugspunkt in ihrem täglichen Leben. 40 Prozent der Deutschen fühlen sich besonders stark mit ihrer örtlichen Gemeinde verbunden. Sie identifizieren sich somit in gleichem Maß mit ihrer Gemeinde wie mit Deutschland als Nationalstaat.

Die kommunale Identität ist ein entscheidender Faktor für Toleranz, ehrenamtliches Engagement und die politische Stabilität vor Ort. Bürger, die sich mit ihrem Wohnort verbunden fühlen, gehen häufiger zur Kommunalwahl, interessieren sich mehr für Politik, sind stärkere Befürworter der Demokratie, wählen seltener populistische Parteien und engagieren sich stärker im Ehrenamt vor Ort.

Neue Gebietszuschnitte infolge von Gebietsreformen reduzieren die kommunale Identität erheblich. Insbesondere die großflächigen Gebietsreformen in Ostdeutschland haben zu einem signifikanten Verlust kommunaler Identität geführt. Verlieren die Bürger die emotionale Bindung zu ihrer Gemeinde, droht ein Rückgang von dringend benötigtem sozialem Engagement. Dieser Identitätsverlust könnte eine wichtige Erklärung für das Erstarken populistischer Tendenzen in Ostdeutschland sein.

Interkommunale Kooperationen als Alternative zu Gebietsreformen sollten laut der ifo-Forscher bevorzugt werden. Sie ermöglichen die Nutzung von Größenvorteilen und schonen gleichzeitig die kommunale Identität. Durch die Stärkung kommunalpolitischer Verantwortung kann die demokratische Teilhabe gefördert werden. So könnten relevante kommunale Entscheidungen in die Hände von Ortschaftsräten gelegt und diese politisch aufgewertet werden. Auch neue Formen demokratischer Teilhabe können die kommunale Identität stärken, wenn sie direkte menschliche Begegnungen vor Ort fördern.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit fordert einen Politikansatz, der die Vielfalt deutscher Kommunen stärkt. Ein "One-fits-all"-Regelungskorsett wird dem nicht gerecht. Insbesondere Regionen mit Bevölkerungsabwanderung sind auf Möglichkeiten für innovative Konzepte, Freiräume und Experimentierklauseln angewiesen.

Prof. Karl-Heinz Paqué, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, erklärt: "In der Politik wird die Verwurzelung der Bürger in der örtlichen Gemeinschaft weitgehend ignoriert, obwohl die kommunale Identität den leeren Versprechen der Populisten präventiv entgegenwirken kann. Der Stärkung der kommunalen Identität muss daher eine bedeutend größere Rolle in der aktuellen politischen Debatte zukommen."

Download Studie:
Studie: Stärkung kommunaler Identität



Quelle: ots/Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
#mehrNachrichten
Der einstmals unbeliebte Franke hat heute deutschlandweit höhere Akzeptanzwerte als sein rheinischer Kollege.
Foto: European People's Party / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Söder regiert, Laschet reagiert

Schon wieder NRW. Mit Heinsberg begann die Corona-Krise. Mit Gütersloh droht die zweite Welle. Und erneut zeigt sich, wie schlecht es ums Krisenmanagement im Land bestellt ist. Zu spät, zu...
Nie zuvor gab es so wenig Führung aus dem Weißen Haus. In diese Lücke stößt Joe Biden.
Foto: Gage Skidmore / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Der Schattenpräsident

Amerika droht in den Modus einer Dauerkrise zu geraten. Es bekommt die Covid-19-Pandemie nicht unter Kontrolle, die bereits mehr als 100 000 Menschenleben gefordert hat. Mit über 40 Millionen...
Die Koalition hat hier eine Kaufprämie durch die Hintertür auf den Weg gebracht - einen Porsche-Rabatt.
Foto: Ferran Cornellà / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Linke kritisieren Senkung der Mehrwertsteuer als "Porsche-Rabatt"

Die Linksfraktion im Bundestag kritisiert scharf die geplante Senkung der Mehrwertsteuer, die das Bundeskabinett an diesem Freitag auf einer außerplanmäßigen Sitzung beschließen will. Fraktionschef...
Das EU-weite Verbot kam erst 22 Jahre nachdem die Rattenstudie Hinweise auf die Gefahr geliefert hatte.
Foto: Erich Westendarp

Forscher fordern Konsequenzen aus Pestizidskandal

Schwedische WissenschaftlerInnen erheben schwere Vorwürfe gegen den Chemiekonzern Dow Chemical/Corteva und Pestizid-Zulassungsbehörden. "Der Hersteller des Insektizids Chlorpyrifos hat die...
Wegen der Corona-Pandemie verschanzen sich Teile der öffentlichen Verwaltungen weiterhin hinter abgesperrten Türen und Anrufbeantwortern.
Foto: USCDCP /CC0

Beamte im Corona-Modus

Alle freuen sich über die Corona-Lockerungen. Geschäfte, Restaurants, Kinos und Urlaubsorte begrüßen ihre Gäste mit herzlichen Willkommensschildern. Theaterschauspieler unterhalten mit aus dem Boden...
Exporteure versuchen Gen-gepanschten Mais in Europa unter die Leute zu bringen und damit deutsche Landwirte und Verbraucher zu täuschen.
Foto: Charles Deluvio

Genetisch veränderter Zuckermais: Behörden suchen 13 Millionen Körner

Europaweit suchen Behörden derzeit nach zig Millionen Maiskörnern der Sorte "Sweet Wonder". Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, hat ein Unternehmen aus Bad Essen in Niedersachsen das...
Dass es immer noch keinen Lockdown gibt, ist nicht nachvollziehbar.
Foto: Medakit Ltd

Das Corona-Rezept: Testen, testen, testen

Der Corona-Neuausbruch im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück führt uns allen unsanft vor Augen, wie wenig stabil die Situation in Deutschland ungeachtet der permanent sinkenden Neuinfektionszahlen...
Back To Top