Bild: CC0 via Pexels
 1-2 Minuten Lesezeit  398 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Regierungspolitiker und Gewerkschaften verlangen das Rentenniveau auf dem jetzigen Stand zu fixieren oder es sogar wieder anzuheben. Damit soll unter anderem einer angeblich steigenden Altersarmut vorgebeugt werden. Das IW Köln hat berechnet, wie zielführend diese Reformvorschläge sind und was sie die Beitragszahler kosten würden.

Falls sich die Pandemie verschärft, wäre NRW schlechter als einige andere Bundesländer vorbereitet, großflächig auf digital unterstütztes Homeschooling umzusteigen.
Foto: Markus Trier

NRW für Schulstart nicht gut vorbereitet

Die zusätzlichen Kosten einer Fixierung des Rentenniveaus auf dem heutigen Stand würden allein im Jahr 2029 28 Milliarden Euro mehr kosten als bislang kalkuliert. Würde das Niveau auf die u.a. von ver.di geforderten 50 Prozent angehoben, kämen auf die Beitragszahler sogar zusätzliche Belastungen in Höhe von 52 Milliarden Euro zu. Diese Zahlen ergeben sich aus Berechnungen einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Um die zusätzlichen Ausgaben zu finanzieren, müssten die Beitragssätze deutlich steigen. Im Szenario "50 Prozent" würde die gesetzlich definierte Beitrags-Obergrenze von 22 Prozent ab dem Jahr 2024 überschritten. Bis 2029 stiege der Beitragssatz voraussichtlich auf 25 Prozent. Im Szenario "47,5 Prozent" erfolgt die Überschreitung der gesetzlichen Obergrenze ab dem Jahr 2027. "Die hohen Kosten eines konstanten oder höheren Sicherungsniveaus belasten vor allem junge und künftige Beitragszahler. Da von einem höheren Versorgungsniveau auch alle Rentner mit Anwartschaften oberhalb der Grundsicherungsschwelle profitieren, provoziert ein solches Instrument vor allem Mitnahmeeffekte. Die Anhebung des Rentenniveaus lässt sich daher nicht mit dem Ziel der Armutsprävention rechtfertigen", so Studien-Autor Dr. Jochem Pimpertz.

Die Berechnungen des IW Köln zeigen auch die positiven Effekte eines höheren Rentenalters auf die Armutsgefährdung. Demnach wird das Rentenniveau aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich weniger stark sinken als im offiziellen Rentenbericht der Bundesregierung prognostiziert. Der Grund: Die Berechnungen gehen bisher weiter von45 Beitragsjahren aus. De facto wird das Renteneintrittsalter aber ansteigen. Die Folge: Verlängern sich zum Beispiel die Beitragsjahre eines "Eckrentners" im Jahre 2029 von 45 auf 47 Jahre, steigt das Sicherungsniveau von 44,6 auf 46,6 Prozent und ist damit nur noch knapp einen Prozentpunkt unter dem heutigen Versorgungsniveau (47,5).

Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM, fordert die Bundesregierung auf, keine weiteren Rentengeschenke zu verteilen: "Die Rente mit 67 war der erste Schritt in die richtige Richtung, die Rente mit 63 ein Rückschritt. Wer die Folgen des demografischen Wandels gerecht auf jüngere und ältere Schultern verteilen will, muss das Rentenalter weiter an die steigende Lebenserwartung anpassen. Das stabilisiert die Beitragssätze, das Rentenniveau und ist ein zielführenderes und gerechteres Mittel gegen Altersarmut als die sogenannte Lebensleistungsrente."



Quelle: ots/INSM


#mehrNachrichten
Deutschland hat sich bei den Militärausgaben auf den siebten Platz in der Welt hochgekämpft - und ist stolz darauf.
Foto: Stephen Leonardi

Ernstfall: Wettrüsten der Großmächte

Von wegen Krise: Der Rüstungswettlauf hat trotz Pandemie Konjunktur, die weltweiten Ausgaben haben bereits wieder eine Höhe wie im ersten Kalten Krieg erreicht. Parallel dazu herrscht zwischen den...
Laut einem ARD-Bericht wird Amazon-Mitarbeitern verwehrt, sich mit einer FFP2-Maske zu schützen.
Foto: Medien-gbr / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Grenzenlose Profitgier

Der DGB drängt darauf, die Gesundheit von Arbeitnehmern besser zu schützen, und nimmt dabei den Versandhändler Amazon ins Visier. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der "Neuen Osnabrücker...
Einer möglichen Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP steht Lindner skeptisch gegenüber.
Foto: INSM / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)

Lindner setzt auf "Modernisierungskoalition" mit seiner FDP

FDP-Chef Christian Lindner sieht nach der Kür der Kanzlerkandidaten von Grünen und Union gute Chancen für seine Partei, in einer nächsten Bundesregierung mitzuregieren. "Armin Laschet haben wir als...
Bislang verfestigen die jüngsten Konjunkturindikatoren das Bild einer zweigeteilten deutschen Wirtschaft.
Foto: Cameron Venti

Achterbahn Konjunktur

Bergauf, bergab, dann geht es in die eine Richtung, gefolgt von der Kurve in die entgegengesetzte. Einer solchen Achterbahnfahrt gleicht die Konjunkturbetrachtung, seit sich das Coronavirus von...
Es brauche nun "klare Kriterien dafür, wann für wen die Freiheit zurückkehren kann", betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Mützenich attackiert Baerbock, will Freiheit für Geimpfte und das Zwei-Prozent-Ziel der Nato muss weg

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat eine rasche Aufhebung der Corona-Beschränkungen für Geimpfte gefordert. "Das muss zügig kommen, denn wir sollten uns die Entscheidung darüber nicht von den...
Back To Top