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Freitag, 10 Apr 2020
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Kükentöten: Ausstiegsziel der Bundesregierung wackelt offenbar. Die Geflügelwirtschaft in Deutschland strebt offenbar zunächst nur einen Teilausstieg aus dem umstrittenen Töten männlicher Küken an. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Damit wäre die Ankündigung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), 2021 das millionenfache Töten zu beenden, hinfällig. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch spricht von Täuschung und fordert die Bundesregierung auf, das Kükentöten per Verbot komplett zu beenden. Bei der Kritik beruft sich Foodwatch auf ein internes Papier des Zentralverbandes der Geflügelwirtschaft (ZDG). In dem Papier stellt der Lobbyverband zwar einen Ausstieg aus dem Kükentöten bis zum 1. Januar 2022 in Aussicht - das hatte zuletzt auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner angekündigt. Der Ausstieg soll aber nicht komplett, sondern zunächst nur im Bereich der sogenannten Schaleneier vollzogen werden. Das sind die Eier, die Verbraucher im Karton im Supermarkt kaufen. Im Bereich der verarbeiteten Eier etwa für Gebäck oder Nudeln soll das Kükentöten zunächst weitergehen. Der Geflügelverband rechnet vor, dass durch Alternativen zum Vergasen männlicher Küken im Zuge der Schaleneier-Produktion etwa 26 Millionen männliche Tiere nicht mehr getötet werden müssten. Die Eier würden entweder weit vor dem Schlüpfen aussortiert und weiterverarbeitet. Oder die männlichen Tiere im Zuge sogenannter Bruderhahn-Initiativen aufgezogen. Die Gesamtzahl der vergasten Küken lag in den vergangenen Jahren allerdings zwischen 40 und 50 Millionen Tieren. "Das Ziel des Komplettausstiegs wird in den nächsten Jahren bis 2023 kontinuierlich weiterverfolgt", heißt es in dem Verbandspapier. ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke sagte auf Anfrage der "NOZ": "An den Zahlen wird sich noch einiges ändern." Es würden derzeit intensive Gespräche geführt, wie die Zahl der getöteten Hähne weiter gesenkt werden könne. Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker kritisierte den Plan der Geflügelwirtschaft. Er verwies darauf, dass die Große Koalition das Ende des Kükentötens ursprünglich bereits für diesen Herbst angekündigt hatte. Rücker: "Julia Klöckner muss die Frage beantworten, weshalb sie noch immer bei derart scheinheiligen Verhandlungen um einen freiwilligen Ausstiegstermin mitspielt, anstatt das Kükentöten endlich per Gesetz zu verbieten." Der Zentralverband warnt regelmäßig vor einem Verbot. Dies würde die Legehennenproduktion lediglich ins Ausland verdrängen, wo männliche Küken weiter getötet würden, so der Verband. Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung

Die Geflügelwirtschaft in Deutschland strebt offenbar zunächst nur einen Teilausstieg aus dem umstrittenen Töten männlicher Küken an. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Damit wäre die Ankündigung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), 2021 das millionenfache Töten zu beenden, hinfällig. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch spricht von Täuschung und fordert die Bundesregierung auf, das Kükentöten per Verbot komplett zu beenden. Bei der Kritik beruft sich Foodwatch auf ein internes Papier des Zentralverbandes der Geflügelwirtschaft (ZDG).

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In dem Papier stellt der Lobbyverband zwar einen Ausstieg aus dem Kükentöten bis zum 1. Januar 2022 in Aussicht - das hatte zuletzt auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner angekündigt. Der Ausstieg soll aber nicht komplett, sondern zunächst nur im Bereich der sogenannten Schaleneier vollzogen werden. Das sind die Eier, die Verbraucher im Karton im Supermarkt kaufen. Im Bereich der verarbeiteten Eier etwa für Gebäck oder Nudeln soll das Kükentöten zunächst weitergehen.

Der Geflügelverband rechnet vor, dass durch Alternativen zum Vergasen männlicher Küken im Zuge der Schaleneier-Produktion etwa 26 Millionen männliche Tiere nicht mehr getötet werden müssten. Die Eier würden entweder weit vor dem Schlüpfen aussortiert und weiterverarbeitet. Oder die männlichen Tiere im Zuge sogenannter Bruderhahn-Initiativen aufgezogen. Die Gesamtzahl der vergasten Küken lag in den vergangenen Jahren allerdings zwischen 40 und 50 Millionen Tieren. "Das Ziel des Komplettausstiegs wird in den nächsten Jahren bis 2023 kontinuierlich weiterverfolgt", heißt es in dem Verbandspapier. ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke sagte auf Anfrage der "NOZ": "An den Zahlen wird sich noch einiges ändern." Es würden derzeit intensive Gespräche geführt, wie die Zahl der getöteten Hähne weiter gesenkt werden könne.

Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker kritisierte den Plan der Geflügelwirtschaft. Er verwies darauf, dass die Große Koalition das Ende des Kükentötens ursprünglich bereits für diesen Herbst angekündigt hatte. Rücker: "Julia Klöckner muss die Frage beantworten, weshalb sie noch immer bei derart scheinheiligen Verhandlungen um einen freiwilligen Ausstiegstermin mitspielt, anstatt das Kükentöten endlich per Gesetz zu verbieten." Der Zentralverband warnt regelmäßig vor einem Verbot. Dies würde die Legehennenproduktion lediglich ins Ausland verdrängen, wo männliche Küken weiter getötet würden, so der Verband.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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