Foto: Bernd Brincken / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)
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Wenn demnächst deutsche Soldaten Lager in Nordafrika aufschlagen, könnte das Truppenradio wieder alte Platten von Freddy Quinn auflegen. Ältere werden sich erinnern: Nach »brennend heißem Wüstensand« schluchzte der Sänger: »100 Mann und ein Befehl«. Die gingen einen »Weg, den keiner will«.

Es ist nicht auszuschließen, dass ein Teil der Anhängerschaft Trumps den Vorwurf des Wahlbetrugs ernst nimmt und glaubt, die amerikanische Demokratie notfalls auch mit Waffen verteidigen zu müssen.
Foto: Daniel Stub

US-Wahl: "Es kann jetzt zu Gewalt kommen"

Bis vor wenigen Tagen wollte auch die deutsche Verteidigungsministerin nicht den Weg nach Libyen gehen. Nun befürwortet sie ihn mit der die Vernunft ausgrenzenden Kapitulationsaussage: »Deutschland wird sich nicht der Verantwortung entziehen können.« Deutschland kann nicht? Deutschland muss! Und Deutschland hat sein Mittun sogar schon einmal verweigert.

2011, als vor allem Frankreich und Großbritannien ihre Luftwaffe den Anti-Gaddafi-Rebellen zum Regimewechsel andienten. Der »Erfolg« der Verbündeten, die sich sogar der UN bedienten, führte zum Aufschwung der Islamisten - gegen die man jetzt wieder Militär aufbieten will.

Irak, Afghanistan, Libyen - wie viel misslungenes Anrennen braucht es noch, bis man im Westen begreift: Militärs - ohne kreative, von den Völkern getragene Entwicklungsangebote - sind zum Scheitern verdammt.

Seit Freddy Quinn in Hitparaden nach dem Sinn von Soldatenexport fragte, sind weltweit Generationen herangewachsen, denen ein Leben ohne Krieg fast widernatürlich erscheint. Gerade so, als habe es nie aus der Mitte Europas die menschlichste aller Forderungen nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gegeben.



Quelle: ots/neues deutschland


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