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88 Prozent der Norddeutschen würden höhere Fleischpreise zahlen, wenn sie sicher wüssten, dass die Haltungsbedingungen für Tiere verbessert sind. Nur neun Prozent der Menschen im Norden wären dazu nicht bereit.

Berliner Innensenator Andreas Geisel lieferte Querdenkern den Stoff für ihre Empörung auf dem Silbertablett.
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Solche Demos müssen wir aushalten

Auch beim Lebensmittel-Einkauf spielt die tiergerechte Haltung eine große Rolle. So sagen 87 Prozent der Norddeutschen, dass ihnen Lebensmittel aus besonders tiergerechter Haltung wichtig oder sehr wichtig sind. Das ergab eine repräsentative Umfrage zur Qualität deutscher Lebensmittel, die das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap im Auftrag des NDR durchgeführt hat. Anlass ist der NDR Thementag Landwirtschaft und Ernährung. Am Montag, 21. September, beschäftigen sich das NDR Fernsehen, die NDR Radioprogramme und NDR.de u. a. mit der Qualität und den Preisen von Lebensmitteln. Die Umfrage ist Teil der Dokumentation "Preiskampf ums Essen - Wer verdient an Apfel, Ei und Schwein?" um 21.00 Uhr im NDR Fernsehen.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) reagiert in einem Interview des Radioprogramms NDR Info auf das Ergebnis der Umfrage zu den Haltungsbedingungen. Der Minister fordert mehr freiwillige Maßnahmen der Landwirte: "Die Regelungen, die wir haben, gehen genau in diese Richtung. Mir ist aber wichtig: Es sollte mehr freiwillig geschehen. Man muss ja nicht immer ein Gesetz machen. Die Geflügelhalter zum Beispiel haben sich verpflichtet, zum 1.1. nächsten Jahres auf das Schnabelkürzen zu verzichten."

Tatsächlich sind die Erwartungen der Norddeutschen an die Landwirte hoch. So ist 99 Prozent der Befragten der verantwortungsvolle Umgang mit Tieren wichtig bzw. sehr wichtig. Mit der Realität sind jedoch nur 38 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden. 59 Prozent geben an, mit dem gegenwärtigen Stand weniger oder gar nicht zufrieden zu sein.

Neben der "besonders tiergerechten Haltung" ist 61 Prozent der Norddeutschen wichtig oder sehr wichtig, dass die Lebensmittel aus einer bestimmten Region kommen. Dazu sagt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) im Interview mit NDR Info: "Regionalität schafft Vertrauen. Öko und Regionalität sind fast in einem Spitzenwettbewerb, und Regionalität ist dabei, den ersten Platz zu bekommen. Und ich kann nur an die Landwirte appellieren, ihre Produkte regional anzubieten. Das ist das, was Kunden wollen."

Laut der infratest dimap Umfrage im Auftrag des NDR ist es für 57 Prozent wichtig oder sehr wichtig, dass Lebensmittel aus biologischer Erzeugung stammen. Für 53 Prozent der Norddeutschen ist es wichtig bzw. sehr wichtig, dass die Lebensmittel preiswert sind. Während dieser Aspekt in Mecklenburg Vorpommern für 65 Prozent der Befragten wichtig oder sehr wichtig ist, trifft dies in Hamburg nur für 40 Prozent zu. 60 Prozent der Hamburger ist es hingegen weniger oder gar nicht wichtig, dass Lebensmittel preiswert sind.

Insgesamt sind 88 Prozent der Norddeutschen zufrieden oder sehr zufrieden mit der Qualität von Lebensmitteln der deutschen Landwirtschaft.

Für die repräsentative Studie hat infratest dimap 1007 Norddeutsche im Alter ab 14 Jahren in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen befragt. Erhebungszeitraum war der 3. bis 23. Juli 2015.

NDR Thementag Landwirtschaft und Ernährung: Montag, 21. September

Die komplette Studie sowie weitere Informationen finden sie unter www.NDR.de/thementag



Quelle: NDR


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