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Unmittelbar vor dem vatikanischen Gipfeltreffen zur Aufarbeitung der weltweiten Missbrauchsskandale wächst der Druck auf die katholische Kirche, sich stärker um die Opfer zu kümmern. Der Regierungsbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Die bisherigen Anerkennungszahlungen der katholischen Kirche in Höhe von durchschnittlich 5000 Euro sind bestimmt keine angemessene Anerkennung für das Leid, das Jungen und Mädchen durch Geistliche und Kirchenmitarbeiter in der katholischen Kirche erlitten haben."

Von den insgesamt 59 im Bußgeldkatalog aufgeführten Tatbeständen entsprächen auch bei großzügiger Auslegung nur noch neun Tatbestände den Regelungen der aktuellen Verordnung.
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Regieren per Verordnung

Rörig begrüßte, dass die deutschen Bischöfe beschlossen hätten, das System der Anerkennungszahlungen zu überprüfen. Zugleich drängte er auf Entscheidungen: "Wir brauchen da eine Antwort. Es ist eine offene Wunde für Betroffene." Bisher hätten sich alle Verantwortlichen sowohl auf der politischen als auch der institutionellen Seite um genau diese Frage herumgedrückt. Es müssten nun einheitliche Standards für Anerkennungszahlungen entwickelt werden. Und es müsse die individuelle Situation der Betroffenen berücksichtigt werden. Der Regierungsbeauftragte forderte zudem eine weitere umfassende Aufklärung und eine unabhängige Aufarbeitung der Vorgänge.

Die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene wissenschaftliche Studie war nach seinen Worten ein wichtiges, aber begrenztes Forschungsvorhaben. "Doch jetzt müssen Arbeitsstrukturen gebildet werden, mit denen das vollständige Ausmaß untersucht wird. Wir brauchen eine Untersuchung auch der Ursachen. Und es müssen natürlich auch die Folgen für das weitere Leben der Opfer und der Betroffenen genau untersucht werden." Rörig drängte zudem auf innerkirchliche Reformen. Er beklagte, ein Zusammenspiel verschiedener struktureller Bausteine "begünstigt sexuellen Missbrauch im katholischen Kontext". Er nannte in diesem Zusammenhang das Zölibat, die Rolle der Frau in der Kirche, die Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse, den Klerikalismus, die Sexualmoral und den Umgang mit dem Beichtgeheimnis bei Kindern und Jugendlichen und mit den Kinderrechten insgesamt.

Von Donnerstag bis Sonntag hat Papst Franziskus ein weltweites Treffen zu Missbrauch und Kinderschutz in der katholischen Kirche einberufen. An der Konferenz in Rom nehmen die Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen, einschließlich unierter Ostkirchen, sowie 22 männliche und weibliche Ordensobere teil, außerdem die Leiter von 14 Vatikan-Behörden sowie einzelne Missbrauchsopfer aus allen Erdteilen.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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