Polizei auf Münchener Bahnhof
Polizei auf Münchener Bahnhof Foto: Wikiolo / CC BY-SA 4.0 via Wiimedia
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Tote und Verletzte mitten in München. Es wird über einen Terroranschlag oder Amoklauf spekuliert, nach den Tätern fahndet die Polizei noch Stunden nach den Schüssen. Die Eliteeinheit GSG9 ist auf dem Weg in die bayerische Landeshauptstadt. Eine seriöse Einordnung kann es zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben.

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Foto: Mitchell Orr

Verantwortungsvoll die neue Freiheit nutzen

Die Faktenlage ist völlig unklar, und dennoch werden in den sozialen Medien Gerüchte, Meinungen und Fotos gepostet, die in jeder Hinsicht menschenverachtend und pietätslos sind. Gefälschte Bilder sind im Umlauf. Schuldzuweisungen werden vor allem von Rechtsradikalen formuliert, denen die Toten offensichtlich in ihr Kalkül passen.

Die Polizei muss mehrfach darum bitten, keine Bilder von ihrem Einsatz in Umlauf zu bringen, damit die Beamten nicht zusätzlich gefährdet werden. Es ist hanebüchen und schlichtweg widerlich, deshalb den Sicherheitskräften den Versuch einer Zensur zu unterstellen.

Aus all diesen Gründen gilt es als allererstes, den Hinterbliebenen der Opfer aufrichtiges Beileid und Mitgefühl auszudrücken und den Verletzten Glück zu wünschen. Darüber hinaus gilt ein Dank der Polizei, die sich in einem ausgesprochen schwierigen Einsatz befindet. Auch muss herausgestellt werden, dass im Internet Tausende ihre Wohnungen als Zufluchtsort fremden Menschen angeboten haben, die in München durch die Terrorlage festsaßen.

Aber es bleibt vor allem Ratlosigkeit, Betroffenheit und ein Gefühl der Angst. Egal, was auch passiert, alles scheint plötzlich möglich zu sein. Die Erinnerungen an die feigen Attentate von Brüssel, Istanbul, Nizza und Würzburg bestimmen die Gedanken. Die Unsicherheit wächst jetzt auch in der Bundesrepublik.

Wahrscheinlich ist es an der Zeit, dass sich Deutschland um neue Sicherheitskonzepte bemüht. Das lange gelebte Gefühl einer fast absoluten Sicherheit bröckelt dramatisch. Die geschützte Insel Deutschland, deren Bewohner sich meistens als Zuschauer aus der Ferne über Tod und Schrecken in aller Welt informierten, gibt es nicht mehr.



Quelle: ots/Schwäbische Zeitung


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