Freitag, 22 Jan 2021
Die Eckertalsperre mitten im Nationalpark Harz
Die Eckertalsperre mitten im Nationalpark Harz Foto Siegfried Wielert
 1-2 Minuten Lesezeit  275 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Harz - Hannover. Die Sendung „die nordstory – Die Grenze: 25 Jahre danach“ setzt sich mit Schwierigkeiten und Chancen einer Identitätsbildung in einem vereinigten Land auseinander. Auch der Nationalpark Harz ist ein Thema, denn auch er ist erst aufgrund der Grenzöffnung möglich geworden.

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Foto: gruenenrw / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

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So ein Jubel, so viele Küsse, so viele Tränen. Selten gab es bei den als eher unterkühlt geltenden Deutschen derartige Gefühlsausbrüche wie in der Nacht des 9. November 1989: Tausende Menschen drängen von Ost nach West über die Grenze. Endlose Trabbi-Schlangen schieben sich durch die geöffneten Schranken. Beifall auf der Westseite, Glückseligkeit im Osten.

Aber dann: Viele ehemalige DDR-Bürger fremdeln damit, jetzt für einen eigenen Lebensentwurf selbst initiativ werden zu müssen. Als Tausende ihre Arbeit verlieren, weil die Riesenbetriebe der DDR geschlossen werden, kommt die Resignation. Und die Wut.

Die Erinnerung der Deutschen an die eigene Geschichte seit 1945 ist zweigeteilt. Westdeutsche blicken zurück auf ein parlamentarisches System mit Pressefreiheit, Politik- und Umweltskandalen, Wirtschaftsflauten, Entlassungswellen, aber auch der 68er-Revolte und Emanzipationsbewegungen. Das Einüben der Demokratie dauert bis heute an.

Ostdeutsche erinnern eine Geschichte als Akteure in einem autoritären System. Mit all der Enge, den Herrschaftsstrukturen und Einschüchterungen, die eine totalitäre Staatsform mit sich bringt. Eine unangenehme Geschichte, die viele in ihrer eigenen Biografie nur ungern wahrhaben wollen, die Scham und Unterlegenheitsgefühle hervorruft.

Diese NDR-Dokumentation begibt sich auf die Suche nach einer gesamtdeutschen Identität. Ost- und Westdeutsche unterschiedlichen Alters schildern ihre Gefühle. Denker, Visionäre und Künstler kommen zu Wort, wenden sich ganz ausdrücklich an künftige Generationen.

Setzt jetzt, 25 Jahre nach dem Mauerfall, das Vergessen von DDR, Teilung und Grenze ein? Oder kann die Aufarbeitung vielleicht jetzt erst richtig beginnen?

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