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Untersuchung von Germanwatch zeigt Anzeichen für Trendwende bei Emissionen und Erneuerbaren Energien sowie für Abkehr von der Kohle. Klimagipfel in Paris kann Wendepunkt werden.

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Ein halbes Jahr vor Beginn des Weltklimagipfels in Paris zeigt eine neue Studie von Germanwatch Umbrüche in zentralen Feldern der internationalen Energie- und Klimapolitik. "Der Klimagipfel in Paris fällt in eine Zeit, in der eine weltweite Trendwende tatsächlich möglich erscheint", erklärt Jan Burck, Hauptautor der Germanwatch-Studie. "Unsere Untersuchung dokumentiert wichtige Anzeichen für die weltweite Stagnation der globalen energiebedingten CO2-Emissionen, für einen geradezu beispiellosen Siegeszug der Erneuerbaren Energien und für eine Abkehr vom Ausbau der Kohleverstromung in zentralen Industrie- und Schwellenländern. Wer hätte zum Beispiel noch vor fünf Jahren gedacht, dass 2013 weltweit mehr neue Kapazitäten im Erneuerbaren-Bereich entstehen als in der fossilen und nuklearen Stromerzeugung zusammen?" Die Studie kommt zu dem Schluss, dass vermehrt Anzeichen für eine Trendwende in der globalen Energie- und Klimapolitik sprechen. Beim Klimagipfel in Paris sei es Aufgabe der Politik, aus diesen Anzeichen einen stabilen, sich selbst beschleunigenden Trend zu machen.

Jan Burck: "Den Klimawandel auf weniger als zwei Grad Erwärmung zu begrenzen ist keine naive Illusion. Es ist eine realistische Möglichkeit - wenn der politische Wille dazu da ist. Paris kann diesen Wendepunkt markieren." Zentral sei, dass politische Rahmensetzungen, innovative Geschäftsmodelle und Investitionsströme sich wechselseitig verstärken.

Wie die Studie aufzeigt, verliert der weltweite Anstieg der CO2-Emissionen schon seit 2012 an Tempo. Im vergangenen Jahr stiegen die energiebedingten Emissionen gar nicht mehr. Es ist ein bisher einmaliger Vorgang, dass dies bei gleichzeitig stabil wachsender Weltwirtschaft geschieht. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist der weltweite Siegeszug der Erneuerbaren Energien. Einige Zahlen belegen dies: 18 Länder erzeugen bereits mehr als zehn Prozent ihres Stroms aus Sonnen- und Windenergie. China hat 2014 erstmals mehr Kapazitäten im Erneuerbaren-Bereich neu gebaut als im Kohlesektor. In Indien haben sich die Windkraft-Kapazitäten in den vergangenen zehn Jahren verzehnfacht. Grund für die enormen Zubauraten in vielen Ländern sind vor allem die rapide gesunkenen Kosten. In einigen Regionen, zum Beispiel in Dubai, sind die Kosten für Solaranlagen geringer als für konventionelle Kraftwerke.

Seit 2010 wurde nur jedes dritte weltweit geplante Kohlekraftwerk tatsächlich gebaut

Zugleich gerät die Kohle weltweit unter Druck. Die Studie dokumentiert, dass seit 2010 nur jedes dritte weltweit geplante Kohlekraftwerk auch gebaut wurde. In China müssen für den Neubau von Kohlekraftwerken mittlerweile alte, ineffiziente geschlossen werden. 2014 sank dort erstmals der Kohleverbrauch trotz stabilen Wirtschaftswachstums. In den USA ist die Kapazität von Kohlekraftwerken seit 2003 um 22 Prozent gesunken und in Indien wird derzeit von sieben geplanten Kohlekraftwerken nur eins tatsächlich fertiggestellt. Gleichzeitig reagieren Investoren. "Investitionen in Kohle sind mit immer größeren Risiken behaftet", betont Burck. "Daher beobachten wir weltweit einen Abzug von Investitionen aus dem Kohlesektor." Beispiele dafür liefern derzeit der weltgrößte Staatsfonds, Norwegens GPFG, und mehrere Versicherungen wie Axa oder Allianz Österreich.



Quelle: Germanwatch


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