Foto: jarmoluk / pixabay (CC)
 2-3 Minuten Lesezeit  445 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Eltern achten beim Kauf von Kleidung vor allem auf gefährliche Chemikalien und lassen sich von Marke oder Preis wenig lenken.

Zwar kauft die Mehrheit der Eltern Kleidung noch neu und konventionell im Internet oder in Ladenketten. Aber über 80 Prozent der Mütter nutzen auch ökologische Alternativen wie Secondhand-Kleidung, Flohmärkte oder Tauschbörsen - besonders weil diese günstiger sind. Das ergibt eine Umfrage, die das Institut Winkle im Auftrag von Greenpeace unter 452 Müttern und Vätern vom 22. bis 29. Januar 2015 durchgeführt hat. "Eltern sind die Vorreiter des alternativen Modekonsums. Mitten im Mode-Überfluss tauschen, leihen oder kaufen Eltern gebrauchte Kleidung, weil es Geld spart und oft praktischer ist," sagt Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace. Um diesem Trend Auftrieb zu geben, zeigt Greenpeace ab heute auf einer digitalen Deutschlandkarte (greenpeace.de/konsumbotschaft), wo Secondhand-Läden, grüne Mode oder Repair-Cafés in der Nähe zu finden sind.

Eltern konsumieren Mode damit viel fortschrittlicher als Jugendliche: Teenager wissen zwar um umweltschädlichen Chemikalieneinsatz und Ausbeutung in der Textilindustrie. Kaufen wollen sie aber trotzdem vor allem das neueste, schickste und billigste Teil, wie jüngst eine weitere Greenpeace-Umfrage ergab. Bei Eltern ist es genau umgekehrt: Vor allem soll die Kleidung frei von Chemikalien sein, sagen 58 Prozent der Mütter, während Preis (25 Prozent) und Marke (5 Prozent) relativ unbedeutend sind. Der Grund: Über die Hälfte der Eltern sorgt sich verstärkt um Familie und Gesundheit. Aus diesem Grund versucht immerhin jeder Fünfte, seinen Teil zum Schutz der Umwelt beizutragen.

Die Textilindustrie führt zu einer gewaltigen Wasserverschmutzung vor allem in den asiatischen Produktionsländern. In den großen Städten Chinas sind über 60 Prozent der Trinkwasserreserven ernsthaft verschmutzt. Nachdem sich bereits 31 Firmen von H&M über Adidas bis Aldi auf Druck von Greenpeace auf eine giftfreie Kleidungsproduktion verpflichtet haben, tritt die Umweltschutzorganisation auch für einen anderen Kleidungskonsum ein: Gebraucht statt neu kaufen, reparieren statt wegwerfen, zertifizierte Mode statt billiger Massenware. Gebrauchte Kleidung? Eine gute Gelegenheit

Viele dieser Alternativen sind unter Eltern bereits weit verbreitet - obwohl Zeit ein knappes Gut ist, wie die Umfrage ergibt. Alternativen zum schnellen Neukauf müssen deshalb praktisch und günstig sein, in der Nähe liegen und möglichst zusammen mit der Familie erlebbar. Gebrauchte Kleidung übernimmt ein Drittel der Eltern am liebsten von Freunden oder aus der Familie, ein Viertel geht gern auf Flohmärkte. Online-Angebote für Secondhand-Mode nutzen Eltern weniger, denn sie möchten gerne wissen, von wem die Kleidung kommt. Kleidung reparieren, recyceln oder nähen scheitert dagegen meist am vollen Familien-Alltag. Nur ein Drittel der Mütter hat Interesse, etwa aus alten Stoffen neue Kleider zu nähen ("Upcycling"). "Allerdings ist das Upcycling und Selbermachen von Kleidung so angesagt, dass es sich trotzdem verbreiten könnte," sagt Brodde.



Quelle: Greenpeace


#mehrNachrichten
Bislang verfestigen die jüngsten Konjunkturindikatoren das Bild einer zweigeteilten deutschen Wirtschaft.
Foto: Cameron Venti

Achterbahn Konjunktur

Bergauf, bergab, dann geht es in die eine Richtung, gefolgt von der Kurve in die entgegengesetzte. Einer solchen Achterbahnfahrt gleicht die Konjunkturbetrachtung, seit sich das Coronavirus von...
Deutschland hat sich bei den Militärausgaben auf den siebten Platz in der Welt hochgekämpft - und ist stolz darauf.
Foto: Stephen Leonardi

Ernstfall: Wettrüsten der Großmächte

Von wegen Krise: Der Rüstungswettlauf hat trotz Pandemie Konjunktur, die weltweiten Ausgaben haben bereits wieder eine Höhe wie im ersten Kalten Krieg erreicht. Parallel dazu herrscht zwischen den...
Einer möglichen Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP steht Lindner skeptisch gegenüber.
Foto: INSM / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)

Lindner setzt auf "Modernisierungskoalition" mit seiner FDP

FDP-Chef Christian Lindner sieht nach der Kür der Kanzlerkandidaten von Grünen und Union gute Chancen für seine Partei, in einer nächsten Bundesregierung mitzuregieren. "Armin Laschet haben wir als...
Laut einem ARD-Bericht wird Amazon-Mitarbeitern verwehrt, sich mit einer FFP2-Maske zu schützen.
Foto: Medien-gbr / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Grenzenlose Profitgier

Der DGB drängt darauf, die Gesundheit von Arbeitnehmern besser zu schützen, und nimmt dabei den Versandhändler Amazon ins Visier. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der "Neuen Osnabrücker...
Es brauche nun "klare Kriterien dafür, wann für wen die Freiheit zurückkehren kann", betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Mützenich attackiert Baerbock, will Freiheit für Geimpfte und das Zwei-Prozent-Ziel der Nato muss weg

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat eine rasche Aufhebung der Corona-Beschränkungen für Geimpfte gefordert. "Das muss zügig kommen, denn wir sollten uns die Entscheidung darüber nicht von den...
Back To Top