#zeitfokus.

Freitag, 10 Apr 2020
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UN-Behindertenrechtskonvention: Weniger Bürokratie, mehr Integration. Heute vor zehn Jahren trat in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Seither konnten mehr Menschen mit Behinderungen ins Arbeitsleben integriert werden – aber es gibt noch Luft nach oben: Weniger Bürokratie würde den Unternehmen dabei helfen, mehr Menschen auf behindertengerechten Arbeitsplätzen zu beschäftigen. Die Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt macht große Fortschritte: Von 2007 bis 2016 stieg die Zahl der schwerbehinderten Beschäftigten bei Arbeitgebern mit 20 oder mehr Arbeitsplätzen um 245.000 auf 1,05 Millionen – und damit mehr als die Zahl schwerbehinderter Menschen in der Bevölkerung. Die Erfahrungen der Unternehmen sind durchweg positiv: Viele Arbeitgeber berichten von einem Bewusstseinswandel bei ihren Führungskräften und Beschäftigten. Sie erleben täglich aufs Neue, dass "behindert" nicht automatisch "leistungsgemindert" bedeutet. In der Praxis hakt es noch oft Allerdings gibt es noch viel zu tun: Behinderte Menschen müssen auch die Chance bekommen, ihre Fähigkeiten und ihr Können unter Beweis zu stellen und ihre Talente zu entwickeln. Dafür braucht es individuelle und professionelle Unterstützung. Hier hakt es oft noch: Arbeitgeber ärgern sich über komplizierte Antragstellung und zu viele Ansprechpartner, wenn sie beispielsweise behinderungsgerechte Arbeitsplätze einrichten oder Ausbildungshilfen beantragen wollen. Wäre dies unbürokratischer und transparenter, könnten Menschen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt noch besser eingegliedert werden als bisher. Eine zweite Hürde müssen Menschen mit Behinderung selbst nehmen: Arbeitgeber beklagen oft, dass sie kaum Bewerbungen von Menschen mit einer Behinderung erhalten. Offenbar fühlen sich viele von ihnen in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung immer noch besser aufgehoben als in einem Unternehmen der Privatwirtschaft. Die Folge: Sie bewerben sich gar nicht, Übergänge in den ersten Arbeitsmarkt finden kaum statt. Wichtig für beide Seiten, also Arbeitssuchende mit Behinderung und Unternehmen: Viele Initiativen der Wirtschaft, wie REHADAT oder das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung KOFA, zeigen Potenziale auf und halten professionelle Informationen bereit. Quelle: IW Köln

Heute vor zehn Jahren trat in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Seither konnten mehr Menschen mit Behinderungen ins Arbeitsleben integriert werden – aber es gibt noch Luft nach oben: Weniger Bürokratie würde den Unternehmen dabei helfen, mehr Menschen auf behindertengerechten Arbeitsplätzen zu beschäftigen.

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Foto: Marbus1966 / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

BER-Eröffnungstermin - Bitte kein Geisterfest!

Die Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt macht große Fortschritte: Von 2007 bis 2016 stieg die Zahl der schwerbehinderten Beschäftigten bei Arbeitgebern mit 20 oder mehr Arbeitsplätzen um 245.000 auf 1,05 Millionen – und damit mehr als die Zahl schwerbehinderter Menschen in der Bevölkerung. Die Erfahrungen der Unternehmen sind durchweg positiv: Viele Arbeitgeber berichten von einem Bewusstseinswandel bei ihren Führungskräften und Beschäftigten. Sie erleben täglich aufs Neue, dass "behindert" nicht automatisch "leistungsgemindert" bedeutet.

In der Praxis hakt es noch oft

Allerdings gibt es noch viel zu tun: Behinderte Menschen müssen auch die Chance bekommen, ihre Fähigkeiten und ihr Können unter Beweis zu stellen und ihre Talente zu entwickeln. Dafür braucht es individuelle und professionelle Unterstützung. Hier hakt es oft noch: Arbeitgeber ärgern sich über komplizierte Antragstellung und zu viele Ansprechpartner, wenn sie beispielsweise behinderungsgerechte Arbeitsplätze einrichten oder Ausbildungshilfen beantragen wollen. Wäre dies unbürokratischer und transparenter, könnten Menschen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt noch besser eingegliedert werden als bisher.

Eine zweite Hürde müssen Menschen mit Behinderung selbst nehmen: Arbeitgeber beklagen oft, dass sie kaum Bewerbungen von Menschen mit einer Behinderung erhalten. Offenbar fühlen sich viele von ihnen in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung immer noch besser aufgehoben als in einem Unternehmen der Privatwirtschaft. Die Folge: Sie bewerben sich gar nicht, Übergänge in den ersten Arbeitsmarkt finden kaum statt.

Wichtig für beide Seiten, also Arbeitssuchende mit Behinderung und Unternehmen: Viele Initiativen der Wirtschaft, wie REHADAT oder das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung KOFA, zeigen Potenziale auf und halten professionelle Informationen bereit.



Quelle: IW Köln
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