BDM-Führerinnen beim Besuch des Konzentrationslagers Dachau, 1936
BDM-Führerinnen beim Besuch des Konzentrationslagers Dachau, 1936 Foto: Bundesarchiv, Bild 152-11-30 / CC-BY-SA 3.0
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Genau 50 Jahre nach der Gründung ihres Flüchtlingskommissariats UNHCR erklärten die Vereinten Nationen (UN) 2001 den 20. Juni erstmals zum Weltflüchtlingstag. Seither wird das Datum vom UNHCR jährlich zum Anlass genommen, seinen Bericht "Global Trends" zu den weltweiten Fluchtbewegungen zu veröffentlichen. Und seit 2012 weist die Zahl Jahr für Jahr weiter nach oben. "So viele wie nie zuvor" wird zur Routineformulierung.

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Foto: EU2017EE Estonian Presidency / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

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Die Brandherde auf der Welt verschieben sich dabei zum Teil. Aber die Kernaussagen sind seit Jahren stabil: Die meisten Menschen sind innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht; die armen Länder tragen die größte Last; noch nicht einmal zehn Prozent der Flüchtlinge leben in Europa.

Es ist gut, dass die teils irrationale Emotionalität, mit der das Thema Flüchtlinge zeitweise in Deutschland diskutiert wurde, abgekühlt ist. Denn das könnte Raum geben für die nüchterne Bestandsaufnahme, dass die internationalen Fluchtbewegungen neben (und teils im Zusammenhang mit) dem Klimawandel eine der dauerhaften Zukunftsherausforderungen für die Weltgemeinschaft bleiben werden. Also nichts, was sich wegsperren, wegdrängen, verhindern oder leugnen ließe. Wer heute darauf keine Antworten findet oder sich zumindest darum bemüht, den werden sie morgen mit umso größerer Wucht treffen.

Deutschland bemüht sich, Antworten zu finden. Ja, es ist richtig und wichtig, dass Hilfsorganisationen wie Pro Asyl, Flüchtlingshelfer und Kirchen weiter den Finger in die zahlreichen Wunden legen. Deutschland profitiert von der brutalen Abschottung der Balkanroute und vom kritikwürdigen Flüchtlingspakt mit der Türkei. Die Unterdrückung der Seenotrettung bleibt ein fortwährender Skandal. Und manche Entscheidung deutscher Ausländerbehörden lässt die Menschen, denen die Not der Betroffenen aus den täglichen Begegnungen vertraut ist, die Haare raufen. Aber zur Wahrheit gehört auch: Es gibt weit und breit keine westliche Industrienation, die sich auch nur annähernd so engagiert wie Deutschland.

Das ist mehr als der Einäugige unter den Blinden. Daran lässt sich noch immer so etwas wie Verantwortung vor der Geschichte ablesen, die Gott sei Dank von den Vereinfachern und Hetzern noch nicht aus dem kollektiven Bewusstsein gelöscht werden konnte. Das Lob des UNHCR und der Blick auf die Fakten des jährlichen Berichts sind in emotional abgekühlteren Zeiten dazu angetan, dieses Verantwortungsgefühl zu stärken und zu stabilisieren. Und das wird dringend notwendig sein. Das nächste "So viele wie nie zuvor" ist nur eine Frage der Zeit.



Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung
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