Samstag, 11 Jul 2020
Wenn die Behörden jetzt verstärkt Gäste kontrollieren, ob sie sich korrekt eintragen, ist das richtig.
Wenn die Behörden jetzt verstärkt Gäste kontrollieren, ob sie sich korrekt eintragen, ist das richtig. Foto: Pexels
 1-2 Minuten Lesezeit  246 Worte im Text  vor 46 Tagen

Unter falschem Namen zu reisen, zu speisen, sich einzutragen und anzumelden, war schon immer ein Fall für Privatdetektive, Polizei, Justiz oder Meldebehörde. Waren vormals vor allem Liebespaare, Hochstapler und Betrüger unter den Verdächtigen, sind es heute nicht selten Corona-Daten-Verweigerer. Weil diese partout ihre Identität nicht preisgeben wollen, tragen sie sich im Restaurant oder beim Friseur unter falschem Namen ein. Wer so handelt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Richtig so? Das prüfen Datenschützer und Gerichte.

Die geplante Smartphone-Anwendung "sagt nichts darüber aus, ob ein tatsächliches Infektionsrisiko besteht.
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Zweifel an Nutzen von Corona-App

Die müssen bewerten, ob angemessen und rechtlich vertretbar ist, was derzeit an Namen, Daten, Fakten gesammelt wird, um gegebenenfalls Ansteckungswege nachvollziehen zu können. Über allem steht das hohe Gut des Gesundheitsschutzes. Doch hat nicht jeder Verständnis dafür, dass penibel mit Namen und Anschrift erfasst wird, wer wann und wo gesessen und etwas Leckeres verspeist hat. Zum einen wird die Sinnhaftigkeit der Datenerfassung in Zweifel gezogen. Zum anderen und vor allem besteht die Sorge, ob mit den erfassten Daten verantwortungsvoll umgegangen wird.

Und natürlich müssen Wirte und Friseure besondere Sorgfalt walten lassen. Sie dürfen die Namen ihrer Gäste und Kunden keinesfalls weitergeben oder für Werbezwecke missbrauchen. Wenn die Behörden jetzt verstärkt Gäste kontrollieren, ob sie sich korrekt eintragen, ist das richtig. Die Aufmerksamkeit muss aber gleichermaßen den Unternehmen gelten. Datenschutz ist ebenfalls ein hohes Gut. Allerdings sollten sich alle, die sich jetzt als Corona-Daten-Verweigerer positionieren, fragen, ob die Aufregung lohnt. Schließlich geben viele weit mehr Informationen über sich ganz freiwillig in den sozialen Medien preis.

Quelle: ots/Rheinische Post
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