#zeitfokus.

Dienstag, 07 Apr 2020
Foto: FranckSeuret / CC0 (via Pixabay)
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Vonovia-Chef plädiert für ein Drittel Sozialwohnungen in Neubaugebieten. Vonovia-Chef Rolf Buch macht sich bei der Neuausweisung von Wohngebieten für einen festgeschriebenen Anteil von Sozialwohnungen stark. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Privatvermieter: "Ich plädiere stark für eine Drittellösung: Ein Drittel Eigenheim, ein Drittel Mietwohnungen, ein Drittel Sozialwohnungen. Das ist aus meiner Sicht eine vernünftige Maßnahme." Forderungen wie sie jüngst Juso-Chef Kevin Kühnert in den Raum stellte - jeder soll nur noch die Wohnung besitzen dürfen, in der er selbst wohnt - sind für Buch in der Debatte um bezahlbaren Wohnraum Populismus. "Das hilft nicht weiter. Ich rate dazu, genau hinzuschauen und die Fakten nicht zu vernachlässigen." Die Fakten - so der Vonovia-Chef - sprächen dafür, dass sich private und kommunale Wohnungsunternehmen auf einem vergleichbaren Mietniveau bewegen. "Am Ende des Tages bleibt jedoch offensichtlich bei Vonovia mehr Kraft für Investitionen übrig als in manch anderem Modell. Die Frage an Herrn Kühnert wäre: Gibt es Alternativen - bevor ich ein sinnvolles Geschäftsmodell verhindere?", so Buch weiter. Die Alternative liegt für einige Städte in eigenen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Dem Modell ist Buch nicht abgeneigt: "Es braucht das Zusammenspiel von privaten und kommunalen Unternehmen sowie Genossenschaften", ist er überzeugt - wenn alle drei Formen bereits vorhanden sind. Anders sieht der Vonovia-Chef die Lage, wenn neue Wohnungsbaugesellschaften gegründet werden. "Dann ist die Frage, ob es kurz- und mittelfristig vernünftig ist, die Kapitalressourcen zu investieren, um ein solches Unternehmen über viele Jahre aufzubauen", gibt Buch zu bedenken. Es gebe effizientere Wege, um kurzfristig dem Wohnungsmangel entgegenzuwirken - zum Beispiel durch eine Kooperation mit einem privaten Unternehmen oder einer Genossenschaft in Form von Belegungsrechten. Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung

Vonovia-Chef Rolf Buch macht sich bei der Neuausweisung von Wohngebieten für einen festgeschriebenen Anteil von Sozialwohnungen stark. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Privatvermieter: "Ich plädiere stark für eine Drittellösung: Ein Drittel Eigenheim, ein Drittel Mietwohnungen, ein Drittel Sozialwohnungen. Das ist aus meiner Sicht eine vernünftige Maßnahme."

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Foto: suky6661 / CC0 (via Pixabay)

Gut gemeint, aber in der Praxis kaum umsetzbar

Forderungen wie sie jüngst Juso-Chef Kevin Kühnert in den Raum stellte - jeder soll nur noch die Wohnung besitzen dürfen, in der er selbst wohnt - sind für Buch in der Debatte um bezahlbaren Wohnraum Populismus. "Das hilft nicht weiter. Ich rate dazu, genau hinzuschauen und die Fakten nicht zu vernachlässigen." Die Fakten - so der Vonovia-Chef - sprächen dafür, dass sich private und kommunale Wohnungsunternehmen auf einem vergleichbaren Mietniveau bewegen. "Am Ende des Tages bleibt jedoch offensichtlich bei Vonovia mehr Kraft für Investitionen übrig als in manch anderem Modell. Die Frage an Herrn Kühnert wäre: Gibt es Alternativen - bevor ich ein sinnvolles Geschäftsmodell verhindere?", so Buch weiter.

Die Alternative liegt für einige Städte in eigenen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Dem Modell ist Buch nicht abgeneigt: "Es braucht das Zusammenspiel von privaten und kommunalen Unternehmen sowie Genossenschaften", ist er überzeugt - wenn alle drei Formen bereits vorhanden sind. Anders sieht der Vonovia-Chef die Lage, wenn neue Wohnungsbaugesellschaften gegründet werden. "Dann ist die Frage, ob es kurz- und mittelfristig vernünftig ist, die Kapitalressourcen zu investieren, um ein solches Unternehmen über viele Jahre aufzubauen", gibt Buch zu bedenken. Es gebe effizientere Wege, um kurzfristig dem Wohnungsmangel entgegenzuwirken - zum Beispiel durch eine Kooperation mit einem privaten Unternehmen oder einer Genossenschaft in Form von Belegungsrechten.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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