Samstag, 08 Aug 2020
Foto: Arbeitgeberverband Gesamtmetall / CC BY 2.0 via Flickr
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Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr 1679 Soldatinnen und Soldaten eingestellt, die bei Dienstantritt noch nicht volljährig waren. Dies war ein deutlicher Rückgang um etwas mehr als 20 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2017, als die Truppe mit 2128 so viele Minderjährige wie noch nie ausgebildet hatte.

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Foto: Bernhard Stärck / CC0 (via Pixabay)

Mehr Platz für die Sau

Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf Zahlen des Bundesverteidigungsministeriums. Der seit fünf Jahren anhaltende Aufwärtstrend wurde damit erstmalig gestoppt. Waren es 2013 erst 1152 minderjährige Rekruten, stieg die Zahl danach kontinuierlich (2014: 1463, 2015: 1515, 2016: 1908, 2017: 2128 Minderjährige).

Im vergangenen Jahr befanden sich unter den Minderjährigen nach Ministeriumsangaben 313 junge Frauen. Nach dem Absolvieren ihrer sechsmonatigen Probezeit seien 60 Prozent der 17-jährigen Rekruten volljährig gewesen. Der Anteil der Minderjährigen an den insgesamt 20.012 eingestellten Soldaten sank 2018 im Vergleich zum Vorjahr von 9,1 auf 8,4 Prozent. Gründe für den Rückgang nannte das Verteidigungsministerium nicht. Eine Sprecherin sagte: "An der Einstellungspraxis der Bundeswehr hat sich nichts geändert." Nach Ansicht der Linken hat die öffentliche Kritik der vergangenen Jahre Wirkung gezeigt. Dies habe sicher "so manche Jugendliche oder deren Eltern von der Idee wieder abgebracht", sagte der kinder- und jugendpolitische Sprecher der Linken-Fraktion, Norbert Müller, der "NOZ". Ein weiterer Grund könnte sein, dass auch Arbeitgeber mit einem ähnlichen Anforderungsprofil nachgelegt hätten, etwa die Bundespolizei oder der Zoll. Müller fordert einen generellen Anwerbestopp für Minderjährige, weil der Jugendschutz in einer Kaserne nicht gewährleistet sei: "In dem Alter dürfen junge Menschen in der Regel weder wählen noch Autofahren, aber ausgerechnet die militärische Ausbildung wollen wir ihnen erlauben." Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, begrüßte die rückläufige Entwicklung und sagte der "NOZ": "Der Trend geht in die richtige Richtung." Zugleich mahnte er: "Die Einstellung von Minderjährigen in der Bundeswehr muss die Ausnahme bleiben und darf nicht zur Regel werden." Der SPD-Politiker verwies darauf, dass in den Wehrpflichtzeiten laut Grundgesetz erwachsene, mündige Staatsbürger in Uniform zum Wehrdienst verpflichtet waren, mindestens 18-Jährige: "Diesen Maßstab sollte die Regierung immer im Auge behalten", betonte Bartels.

Bewerber für die Bundeswehr müssen mindestens 17 Jahre alt sein, die Zustimmung der Eltern haben und eine sechsmonatige Probezeit absolvieren. Die 17-Jährigen sind nicht so einsetzbar wie andere Soldaten, sie dürfen weder für den Wachdienst eingeteilt werden noch an Auslandseinsätzen teilnehmen und Waffen nur zu Ausbildungszwecken benutzen. Die Ministeriumssprecherin betonte: "Die bestehende Rekrutierungspraxis der Bundeswehr steht damit in vollem Einklang mit den völkerrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands."



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung


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