#zeitfokus.

Mittwoch, 27 Mai 2020
Foto: Georgie Pauweis / Flickr (CC)
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Greenpeace Nordic plant die deutsche Braunkohlesparte von Vattenfall in eine gemeinnützige Stiftung zu überführen. Deren Zweck ist der Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2030 und der Umbau des Konzerns zu einem Erneuerbare-Energien-Unternehmen.

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Foto: DLR German Aerospace Center / CC BY 2.0 (via Flickr)

Eingemauert in Germany

Das hat die schwedische Sektion der Umweltorganisation heute auf einer Pressekonferenz in Berlin bekannt gegeben. Um weiter im Vattenfall-Verkaufsprozess zu bleiben, wird Greenpeace Nordic bis 12 Uhr offiziell ein "Statement of Interest" bei der US-amerikanischen Bank Citigroup einreichen. "Wir werden die Verantwortung für den Klimaschutz, die Gesundheit der Menschen und einen erfolgreichen Strukturwandel in der Lausitz übernehmen, wenn Vattenfall und die schwedische Regierung dies nicht tun", sagt Annika Jacobson, Programm Managerin von Greenpeace in Schweden. "Es ist eine große Chance, aus dem schmutzigen Braunkohlegeschäft eine erneuerbare Zukunft für die Lausitz und die Menschen dort zu machen."

Mit dem "Statement of Interest" legt Greenpeace Nordic auch eine Kalkulation für den Wert der Kohlesparte vor. Auf weniger als eine halbe Milliarde Euro berechnet das Institut Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace den Barwert (net present value) des Kohlegeschäfts bis zum Jahr 2030. Der "wahre Wert" liegt jedoch nach Greenpeace-Berechnungen noch deutlich darunter. Hohe Folgekosten des Kohleabbaus beispielsweise für die Renaturierung der Tagebaue und den Rückbau der Kraftwerke drücken den Preis auf einen negativen Betrag von mehr als zwei Milliarden Euro minus. Berücksichtigt man darüber hinaus die enormen sozialen und Umweltkosten errechnen sich finanzielle Verpflichtungen in Höhe eines zweistelligen Milliardenbetrags, die Vattenfalls Braunkohlesparte in der Lausitz der Gesellschaft verursacht. "Wer die enormen Folgekosten der schmutzigen Kohle ignoriert, baut darauf, dass ein anderer sie bezahlt. Höchstwahrscheinlich der deutsche Staat und seine Steuerzahler", so Jacobson. Für den Klimaschutz muss Deutschland nach Analyse von Greenpeace bis zum Jahr 2030 aus der Braunkohle und bis 2040 komplett aus der Kohleverstromung aussteigen.

In der Lausitz stößt Vattenfall mehr CO2 aus als Schweden

Das Angebot von Vattenfall umfasst die Braunkohlekraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe (Brandenburg) sowie das Kraftwerk Boxberg und Block R des Kraftwerks Lippendorf (Sachsen). Diese Kraftwerke stoßen mehr CO2-Emissionen im Jahr aus als Schweden. Neben Greenpeace Nordic haben offiziell nur die beiden tschechischen Energieunternehmen CEZ und EPH ihr Kaufinteresse signalisiert. Mit ihnen droht jedoch ein Weiterbetrieb der Klimazerstörer und Tagebaue auf unabsehbare Zeit. Damit wird die deutsche Energiewende nicht stattfinden. Eine klimafreundliche Lösung zu finden, ist im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Paris im Dezember von besonderer Bedeutung. Dort muss auch Schwedens Regierung Verantwortung zeigen.



Quelle: ots / Greenpeace


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