Mittwoch, 08 Jul 2020
Foto: SatyaPrem / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  349 Worte im Text  vor 216 Tagen

Die bisherige Sichtweise auf den Klimawandel war die: Die reichen Industrienationen sind überwiegend für ihn verantwortlich, die armen Länder sind am meisten von ihm bedroht. Im Kern bleibt diese Aussage auch weiterhin richtig: Über den Zeitraum von 20 Jahren betrachtet, sind nach Angaben der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, die den globalen Klima-Risiko-Index erstellt, sieben der zehn am stärksten betroffenen Staaten Entwicklungsländer. Aber dass 2018 Deutschland erstmals zu den drei Staaten auf der Welt zählte, die am meisten von Extremwetter betroffen waren, symbolisiert - ebenso wie der Platz eins für Japan  - zugleich eine Wende.

empty alt
Foto:The NRMA / CC BY 2.0 (via Flickr)

Daimler sollte mit BMW kooperieren

Denn die Folgen des Klimawandels treffen nun immer öfter auch Industrienationen. Im Grunde unterlegt der am Mittwoch beim Klimagipfel in Madrid vorgestellte Index die persönlichen Erfahrungen, die jeder hierzulande im Hitzesommer 2018 gemacht hat, mit weiteren Fakten. Auf 1200 Menschen beziffert er die Todesopfer aufgrund der Hitzewellen in Deutschland, auf rund 4,5 Milliarden Euro die Gesamtschäden durch Wetterextreme.

Die Gesamtentwicklung deckt sich mit den Einschätzungen der Klimawissenschaft, dass der Klimawandel an Tempo zunimmt und Veränderungen zum Teil auch schneller erfolgen, als noch vor Jahren erwartet. Extreme Hitzeperioden in Europa sind laut Index zwischen zehn- und hundertmal wahrscheinlicher als vor einem Jahrhundert.

Die Schäden sind also auch längst hier angekommen. Aber die jährlichen Schadenssummen weltweit verweisen vor allem darauf, dass es neben den nötigen Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen und Transformationsprozesse auch darum geht, einen fairen globalen Ausgleich für die Schadensfälle zu schaffen. Denn wenn auch die absoluten Zahlen in den reichen Länder höher liegen, die Auswirkungen für Leib und Leben sind in Entwicklungsländern deutlich gravierender. Dabei sind beispielsweise eine Reihe afrikanischer Länder derzeit noch gar nicht in der Lage, umfassendes Datenmaterial über Hitzeschäden vorzulegen. Sie sind mutmaßlich also stärker betroffen, als im Augenblick nachweisbar ist.

Zahlen der Munich Re Rückversicherung zeigen, dass nur drei Prozent der wetterbedingten Schäden in Entwicklungsländern versichert sind.  Vor allem Deutschland setzt in der Entwicklungsarbeit auf die Etablierung von Klimarisikoversicherungen. Aber die Unterstützung der Industrienationen steht noch längst nicht im Verhältnis zu ihrer Verantwortung für den Klimawandel. Auch das ist eine dringende Aufgabe für den Klimagipfel von Madrid.



Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung
#mehrNachrichten
Die SPD-Vorsitzende Esken hatte in einem Zeitungsinterview einen "latenten Rassismus in den Reihen der Sicherheitskräfte" beklagt .
Foto: Bankenverband / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)

Bundesjustizministerin sieht kein "strukturelles Rassismusproblem" bei Polizei

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat Klagen der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken über einen "latenten Rassismus" in den Sicherheitskräften und den Ruf nach einer neuen Meldestelle...
Bleibt die Kernfrage: Kann Söder überhaupt Kanzler?
Foto: Josef A. Preiselbauer

Der Reiz der Kanzlerkandidatur

Wenn nicht jetzt, dann vielleicht nie: Sollte auch nur im hintersten Gedankenstübchen von Ministerpräsident Markus Söder der Wunsch nach einer Kanzlerschaft herumspuken - und wer würde ernsthaft...
Dass es immer noch keinen Lockdown gibt, ist nicht nachvollziehbar.
Foto: Medakit Ltd

Das Corona-Rezept: Testen, testen, testen

Der Corona-Neuausbruch im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück führt uns allen unsanft vor Augen, wie wenig stabil die Situation in Deutschland ungeachtet der permanent sinkenden Neuinfektionszahlen...
Das Beispiel der Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig es ist, dass Unternehmen verantwortlich handeln und ihre globale Sorgfaltspflicht wahrnehmen.
Foto: Piqsels CC0

Bundesregierung will Kampf gegen Kinderarbeit zu Schwerpunkt der EU-Ratspräsidentschaft machen

Die Bundesregierung will den Kampf gegen Kinderarbeit und sexuelle Ausbeutung von Kindern zu einem Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft machen und in dieser Zeit die Grundlagen für ein...
Die neue Initiative aus Brüssel soll bestehende Gesetzeslücken schließen, damit europäische Unternehmen im globalen Wettbewerb besser geschützt werden.
Foto: Mika Baumeister

Attacke gegen China

Auch wenn der Name China in dem rund 50-seitigen neuen Weißbuch der EU-Kommission zur Wettbewerbspolitik nicht vorkommt und die Behörde dies strikt von sich weist: Es ist völlig klar, gegen wen sich die...
"Rassismus" wird in vielen Fällen und fälschlicherweise als eine Art Sammelbegriff für Ausländerfeindlichkeit benutzt wird.
Foto: Mostafa Meraji

Artikel 3 des Grundgesetzes

Das Grundgesetz ist ein Manifest gegen Rassismus und Totalitarismus. So ist es gemeint, und so ist es geschrieben. Als es 1948 und 1949 entstand, waren die Erfahrungen aus der Nazi-Diktatur und die...
Hinter der Hausse am Aktienmarkt steht die Flutung der Finanzmärkte mit Liquidität.
Foto: Nationaal Archief / Public Domain (via Wikimedia Commons)

Der Gipfel des Absurden

Die Welt befindet sich in der schwersten Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren, aber die Aktienmärkte befinden sich in Jubelstimmung: Der US-Technologieindex Nasdaq Composite erreichte am Montag...
Back To Top