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Klimaverhandlungen: Druck auf zögernde Industriestaaten wächst

Ab Montag treffen sich Regierungsvertreter aus aller Welt anlässlich der knapp zweiwöchigen UN-Klimaverhandlungen in Bonn. Den regelmäßigen Bonner Verhandlungen kommt dieses Mal aus zwei Gründen besondere Bedeutung zu:

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Umwelt.
Foto: JuergenGER / pixabay (CC)

Ab Montag treffen sich Regierungsvertreter aus aller Welt anlässlich der knapp zweiwöchigen UN-Klimaverhandlungen in Bonn. Den regelmäßigen Bonner Verhandlungen kommt dieses Mal aus zwei Gründen besondere Bedeutung zu:

Zum einen bleibt nur noch ein halbes Jahr bis zum Beginn des wichtigen Klimagipfels in Paris und zum anderen fällt der G7-Gipfel, der sich die Klimapolitik als einen Schwerpunkt gesetzt hat, in die Mitte der Verhandlungen. "Der Klimagipfel in Kopenhagen scheiterte 2009 auch, weil es vor der Verhandlungsrunde damals keinen ausverhandelten Vertragstext gab. Diesmal soll der Text bis Oktober im Wesentlichen stehen, sechs Wochen vor dem Klimagipfel", betont Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. "Daher erwarten wir in Bonn zum einen substanzielle Fortschritte beim Vertragstext. Zum anderen sollten bis jetzt zumindest schon alle Industriestaaten ihre Klimaschutzbeiträge für Paris vorgestellt haben. Da fehlen zum Beispiel noch die Ankündigungen von Japan und Australien."

Langfristziel: Ausstieg aus fossilen Energien bis Mitte des Jahrhunderts Ein halbes Jahr vor Paris gibt es zwar einen Vertragsentwurf, dieser ist aber noch weit entfernt von einem internationalen Rechtsdokument.

Weltweit mehrten sich zuletzt jedoch Zeichen, die zu Hoffnung Anlass geben: Erneuerbare Energien werden wettbewerbsfähig. Erstmals sind 2014 die weltweiten CO2-Emissionen trotz anhaltenden Wirtschaftswachstums nicht gestiegen. Zudem hat China zum ersten Mal weniger Kohle verbrannt als im Jahr zuvor. "Das Ergebnis von Paris muss den weltweiten Trend zu klimafreundlicher Entwicklung stabilisieren und beschleunigen", sagt Bals. "Die weltweite Energiewende ist machbar." Dies könne aber nur gelingen, wenn in Paris das klare Langfristziel ausgesprochen wird, bis Mitte des Jahrhunderts aus den fossilen Energien auszusteigen.

Ein erstes solches Signal kann nicht in Bonn, aber schon am 7. und 8. Juni beim G7-Gipfel in Elmau gesetzt werden. Christoph Bals: "Die G7 muss ein Zeichen für den Ausstieg aus den fossilen Energien bis Mitte des Jahrhunderts setzen."



Quelle: Germanwatch



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