Freitag, 07 Aug 2020
Wölfe
Wölfe Foto: Martin Cathrae / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)
 1-2 Minuten Lesezeit  237 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Wölfe töten immer mehr Nutztiere in Deutschland. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf Angaben der Bundesländer berichtet, verzeichneten die Behörden 2018 insgesamt 1664 Schafe, Rinder oder andere Nutztiere, die dem Wolf nachweislich oder sehr wahrscheinlich zum Opfer gefallen sind. Ein Jahr zuvor waren es noch fast 1500 tote Tiere. Besonders die ost- und norddeutschen Bundesländer sind betroffen.

Der einstmals unbeliebte Franke hat heute deutschlandweit höhere Akzeptanzwerte als sein rheinischer Kollege.
Foto: European People's Party / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Söder regiert, Laschet reagiert

Bauernpräsident Joachim Rukwied sieht angesichts der Entwicklung die Weidetierhaltung in Deutschland gefährdet. Er sagte dem Blatt: "Wenn wir Schafe und Kühe auf den Weiden, Deichen und Almen sehen wollen, dann führt kein Weg an der Bestandsregulierung des Wolfes vorbei." Er forderte vor dem Bauerntag in Leipzig, Wölfe nicht erst dann abzuschießen, wenn sie Nutztiere gerissen haben. Es müsse präventiv in den Bestand des Raubtieres eingegriffen werden. Rukwied sagte: "Wölfe und im Zweifelsfall auch ganze Rudel müssen entnommen werden können."

Die geplante "Lex Wolf" der Bundesregierung gehe hier nicht weit genug, sagte der Bauernpräsident. Die Bundesregierung plant den Abschuss sogenannter Problemwölfe zu erleichtern, die nachweislich Nutztiere attackiert haben. Dieser Nachweis gilt aber als schwierig. Der Bundestag muss der Gesetzesänderung noch zustimmen. Unionsfraktionsvize Gitta Connemann kündigte bereits an, dass sich ihre Fraktion für weitergehende Änderungen einsetzen werde. Die CDU-Politikerin sprach sich gegenüber der "NOZ" für wolfsfreie Zonen in Deutschland aus. Nicht nur der Wolf, sondern auch Menschen und Nutztiere müssten geschützt werden. Der Gesetzentwurf sei da ein richtiger Schritt. "Aber der reicht uns nicht."



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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