#zeitfokus.

Dienstag, 26 Mai 2020
Foto: Debs / Flickr (CC)
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Wolfsburg/Berlin – Videos, Songs, PC-Spiele und Clips – insgesamt elf kreative Leistungen, die das Bild vom bösen Wolf persiflieren und Meister Isegrim rehabilitieren – wurden am heutigen Freitagabend bei der Preisverleihung zum Wolfswettbewerb WANTED vom NABU prämiert und im Schloss Wolfsburg ausgezeichnet. Die Sieger wurden mit der Unterstützung der VOLKSWAGEN AG, des Bundesligisten VfL Wolfsburg und der Stadt Wolfsburg mit Geldpreisen von bis zu 5.000 Euro belohnt.

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Foto: Håkon Fossmark / CC0 (via Pixabay)

Vom Acker an den Pranger

„Deutschland ist Wolfsland – es war höchste Zeit, dem uralten Imageproblem dieser Tiere auch mit modernen Medien auf den Pelz zu rücken“, sagte Jörg-Andreas Krüger, stellvertretender NABU-Bundesgeschäftsführer und Leiter des Fachbereichs Naturschutz und Umweltpolitik. Dr. Thomas Steg, Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG und Leiter Außen- und Regierungsbeziehungen unterstrich: „Als Wolfsburger freuen wir uns über die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland und helfen dem NABU gern dabei, die Skeptiker und Furchtsamen unter uns mit sachlichen Informationen zu überzeugen. Dabei haben unsere Preisträger eindrucksvoll bewiesen, dass Aufklärung nicht langweilig sein muss, sondern durchaus frech und unterhaltsam sein kann.“

Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs freute sich über die Ehren-Wolfs-Patenschaft, die der NABU der Stadt überreichte: „Im Namen der Stadt Wolfsburg habe ich heute die Patenschaft für das Wolfsprojekt übernommen. Hierüber freue ich mich als naturverbundener Mensch und als Oberbürgermeister gleichermaßen. Insbesondere da Niedersachsen bereits seine erste Wolfsfamilie hat, unterstützt die Stadt Wolfsburg gerne gemeinsam mit Volkswagen und dem VfL Wolfsburg die Aktion des NABU. In unserer Stadt setzen wir bereits seit vielen Jahren zusammen mit Volkswagen Naturschutzprojekte um, in denen es auch darum geht, neue Lebensräume für gefährdete Arten zu schaffen. Wir haben in Wolfsburg immer schon eine beeindruckende Zahl an Weißstörchen; nun nistet auch der Schwarzstorch im Stadtgebiet. Hier fühlen sich Biber, Kranich und Seeadler wieder wohl. Darauf sind wir stolz. Das zeigt uns aber auch, dass wir an einer intakten Umwelt arbeiten.“

Als sportlicher „Leitwolf“ gratulierte auch der Kapitän des VfL Wolfsburg, Diego Benaglio: „Das war ein sehr unterhaltsamer Abend, der ganz im Zeichen der Wölfe stand. Ich freue mich darüber, dass ich die wichtige Arbeit des NABU unterstützen darf", so Diego Benaglio.

Den ersten Preis erhielt der Cartoonist und Comic-Zeichner Mathias Kringe aus Nordrhein-Westfalen. Mit einem bildschön gezeichneten Trickfilm schlägt er den Bogen von der Ausrottung der Wölfe vor 150 Jahren bis zum Willkommens-Gruß der Naturschützer in diesen Tagen. Motto des Spots: Gebt ihm 'ne Chance! Auf Platz zwei landete das Musikvideo Get inwolved von Matthias Spaan und René Haustein. Als Wolfs-Rapper bereut Spaan seine wilde Jugend, in der er „ein paar armen Schweinen die Holzhütte wegpustete“. Heute will er seinen Atem lieber für seine Songs aufheben und appelliert an die Zuschauer: Get inwolved! Der Isegrim, ein Trickfilm nach Scherenschnittart, gewann den dritten Platz. Hier erschreckt der große Bruder einer zeltenden Familie den Kleinen mit Märchen von bösen Bestien und jagt auch den Wolfskindern einen Riesenschreck ein. Doch der Wolfsvater kann beruhigen: Sind doch alles nur Märchen!

Auf den Plätzen vier bis zehn folgen Monja Schaarschmidt („Der Wolf geht um“, Trickfilm), Familie Kunz (Wolfs-Klause - neulich im Wald, Video), Lutz Männels Puppentheater (Wolfred Wolf: Bananen ins Jagdrecht), Vanessa Segert (Vertrau dem Wolf, PC-Spiel), Marie Kunze (Kalli der Wolf, PC-Spiel) und Simon Fischer mit Band (Wolfssong). Den Sonderpreis der Naturschutzjugend NAJU erhielten die beiden Rapper Benedikt Fimpel und Roman Vollmer, die den Medien-Rummel um Christian Wulff zum Anlass nahmen, um in ihrem Musikvideo um mehr Verständnis für den Wolf zu werben.

Seit dem Jahr 2000 werden in Ostsachsen regelmäßig Wolfswelpen in Freiheit geboren. Mittlerweile leben 15 Wolfsrudel in Deutschland, eines wurde erst vor wenigen Wochen in Niedersachsen nachgewiesen. „Mit unserer Kampagne ‚Willkommen Wolf!‘ setzen wir uns zusammen mit Volkswagen, der Stadt Wolfsburg und dem VfL Wolfsburg für die Akzeptanz der Tiere ein. Auch wir Naturschützer müssen nach der langen Abwesenheit der Wölfe erst wieder lernen, wie man mit dem neuen Nachbarn lebt“, so Jörg-Andreas Krüger.

 

 

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