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Samstag, 30 Mai 2020
Nylon-Kiemennetze sind die größte Gefahr für Hector- und Maui-Delfine.
Nylon-Kiemennetze sind die größte Gefahr für Hector- und Maui-Delfine. Bild: Steve Dawson/NABU International
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Eine Untersuchung der NABU International Naturschutzstiftung zeigt, dass neuseeländische Regierungsbeamte und Fischer den Tod eines extrem bedrohten Maui-Delfins in einem kommerziellen Fischernetz verschwiegen haben. Mit einer Populationsgröße von weniger als 50 Individuen steht die Tierart kurz vor dem Aussterben.

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Foto: U.S. Department of State

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"Angesichts der dramatischen Bestandssituation der Maui-Delfine und der besonderen Verantwortung, die Neuseeland für die endemische Tierart hat, sind wir zutiefst geschockt und enttäuscht über diesen Vorfall", sagte Thomas Tennhardt, Vorsitzender der NABU International Naturschutzstiftung. NABU International rät dringend zu einer unabhängigen Untersuchung des Delfintodes und ruft abermals zum sofortigen und umfassenden Schutz der Maui-Lebensraumes auf.

Der Maui-Delfin sei außerhalb der ausgewiesenen Schutzzone in einem Kiemennetz umgekommen. Der Zwischenfall sei nicht in der offiziellen Beifang-Datenbank erwähnt und von Regierungsbeamten und Industrievertretern geleugnet worden.Trotz wiederholten Drängens sowohl nationaler als auch internationaler Organsationen, wie der IUCN und der Walfang-Kommission, ist die neuseeländische Regierung bislang nicht bereit, die Schutzgebiete für Maui-Delfine auszuweiten.

"Die neuseeländische Regierung möchte die Öffentlichkeit davon überzeugen, dass die Maui-Delfine gut geschützt sind und keine Tiere außerhalb der geschützten Zonen gesehen oder in Netzen gefangen werden", erklärte Barbara Maas, Leiterin internationaler Artenschutz bei NABU International. "Die Nachricht vom Tod dieses Tieres hat die Glaubwürdigkeit der Regierung infrage gestellt und dringende Forderungen nach einer Ausweitung der Schutzgebiete für die Tiere ausgelöst - etwas, womit sich die neuseeländischen Politiker nicht befassen möchten. Als wir das neuseeländische Industrieministerium um eine Stellungnahme baten, wurde uns versichert, wir würden uns irren", so Maas weiter.

Doch nicht nur in dem jüngsten Maui-Todesfall legt die neuseeländische Regierung Fakten vor, die nachweislich nicht stimmen. So deckte eine jüngst veröffentlichte Studie der Universität von Auckland und der British Columbia auf: Der Fischfang in Neuseeland ist etwa 2,7 Mal höher als der Wert, den das Land an die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen weitergibt. "Somit fischt das Land wesentlich weniger nachhaltig, als es offiziell vorgibt. Neuseeland liegt also viel daran, den 'grünen Schein' zu wahren, ohne sich dementsprechend zu verhalten", so Maas.

Der Maui-Delfin ist der seltenste Meeresdelfin der Welt. Experten schätzen, dass der kleine Bestand nur alle 10-23 Jahre einen Todesfall durch menschliche Einflüsse verkraften kann. Derzeit sind weniger als 20 Prozent seines Lebensraumes vor Kiemennetz- und etwa fünf Prozent vor Schleppnetzfischerei geschützt. Allein die Beifänge der Fischerei-Industrie verursachen jedes Jahr 3-4 Tode von Maui-Delfinen - mehr als das 54fache des tragbaren Maximums.



Quelle: ots/NABU


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