#zeitfokus.

Dienstag, 31 Mär 2020
Foto: Government.ru / CC BY 4.0 (via Wikimedia Commons)
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Russland: Gaspipeline Nord Stream II nützt Klimapolitik. Russland wirbt für mehr europäisches Verständnis für das deutsch-russische Pipelineprojekt Nord Stream II. "Unsere Energiebeziehungen stehen für Interdependenz, Verflechtung und beiderseitigen Vorteil. Bei dieser Partnerschaft kann es sich um ein effektives Instrument handeln, die geopolitischen Konflikte zu entschärfen", bekräftigte der Vorsitzende des Energieausschusses der russischen Staatsduma, Pawel Sawalny, gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Weiter betonte Sawalny: "Wer lukrativ handelt, geschweige denn investiert, führt keine Kriege". Am 16. Mai findet in Berlin die "Internationale Konferenz zu Perspektiven der Energiekooperation Russlands und der EU im Gasbereich" statt. In Zukunft will Deutschland mit Hilfe der Pipeline Nord Stream II die Einfuhr von russischem Erdgas weiter erhöhen. Bei vielen EU-Partnern und den USA stößt das auf massive Kritik. Der Vorwurf: Über das Projekt wachse Europas Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen und Moskau könne Druck auf Gastransitländer wie die Ukraine ausüben. In Moskau versucht man derlei Zweifel an der Pipeline, die zu großen Teilen bereits fertiggestellt ist, zu zerstreuen. Das Projekt entspreche "der europäischen Diversifizierungsdoktrin, genügt den Rentabilitätsanforderungen an europäische Energieunternehmen und den striktesten Umwelt- und Sicherheitsstandards", betonte Sawalny. Zudem könne die Pipeline einen wichtigen Beitrag zur Erreichung ehrgeiziger Energie- und Klimaziele leisten. "Denn der CO2-Fußabdruck wird durchschnittlich neun Millionen Tonnen weniger pro Jahr betragen", so Sawalny gegenüber der "NOZ" weiter: "Darüber hinaus wird der Gewinn, den die Unternehmen durch die Umsetzung des Projektes erwirtschaften, neue Haushaltseinnahmen und Investitionsmöglichkeiten auch für die Subventionierung erneuerbarer Energien gewährleisten". Sawalnys Angaben zufolge hat der russische Gaskonzern Gazprom 2018 rund 202 Milliarden Kubikmeter Leitungsgas an die europäischen Länder geliefert; etwa 81 Prozent der Lieferungen entfielen dabei auf Westeuropa. Mit 58,5 Milliarden Kubikmeter sei Deutschland der größte Abnehmer gewesen. Diese Zahlen, so Sawalny, machten deutlich "wie das Vertrauen zum russischen Leitungsgas, die Nachfrage danach heute und perspektivisch in dem Maße zunehmen, in dem die europäische Eigenproduktion rückläufig ist". Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung

Russland wirbt für mehr europäisches Verständnis für das deutsch-russische Pipelineprojekt Nord Stream II. "Unsere Energiebeziehungen stehen für Interdependenz, Verflechtung und beiderseitigen Vorteil. Bei dieser Partnerschaft kann es sich um ein effektives Instrument handeln, die geopolitischen Konflikte zu entschärfen", bekräftigte der Vorsitzende des Energieausschusses der russischen Staatsduma, Pawel Sawalny, gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Weiter betonte Sawalny: "Wer lukrativ handelt, geschweige denn investiert, führt keine Kriege". Am 16. Mai findet in Berlin die "Internationale Konferenz zu Perspektiven der Energiekooperation Russlands und der EU im Gasbereich" statt.

Angela Merkel
Foto: Arno Mikkor (EU2017EE) / CC BY 2.0 (via Flickr)

Wo bleibt die Leidenschaft?

In Zukunft will Deutschland mit Hilfe der Pipeline Nord Stream II die Einfuhr von russischem Erdgas weiter erhöhen. Bei vielen EU-Partnern und den USA stößt das auf massive Kritik. Der Vorwurf: Über das Projekt wachse Europas Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen und Moskau könne Druck auf Gastransitländer wie die Ukraine ausüben. In Moskau versucht man derlei Zweifel an der Pipeline, die zu großen Teilen bereits fertiggestellt ist, zu zerstreuen. Das Projekt entspreche "der europäischen Diversifizierungsdoktrin, genügt den Rentabilitätsanforderungen an europäische Energieunternehmen und den striktesten Umwelt- und Sicherheitsstandards", betonte Sawalny.

Zudem könne die Pipeline einen wichtigen Beitrag zur Erreichung ehrgeiziger Energie- und Klimaziele leisten. "Denn der CO2-Fußabdruck wird durchschnittlich neun Millionen Tonnen weniger pro Jahr betragen", so Sawalny gegenüber der "NOZ" weiter: "Darüber hinaus wird der Gewinn, den die Unternehmen durch die Umsetzung des Projektes erwirtschaften, neue Haushaltseinnahmen und Investitionsmöglichkeiten auch für die Subventionierung erneuerbarer Energien gewährleisten".

Sawalnys Angaben zufolge hat der russische Gaskonzern Gazprom 2018 rund 202 Milliarden Kubikmeter Leitungsgas an die europäischen Länder geliefert; etwa 81 Prozent der Lieferungen entfielen dabei auf Westeuropa. Mit 58,5 Milliarden Kubikmeter sei Deutschland der größte Abnehmer gewesen. Diese Zahlen, so Sawalny, machten deutlich "wie das Vertrauen zum russischen Leitungsgas, die Nachfrage danach heute und perspektivisch in dem Maße zunehmen, in dem die europäische Eigenproduktion rückläufig ist".



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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