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Mittwoch, 27 Mai 2020
Foto: Frank Vincentz / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)
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Hamburg (ots) - Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat wollen die Baumärkte Bauhaus, Globus, Hornbach, Obi und Toom auslisten - bei bienengefährdenden Pestiziden schränken die Händler das Sortiment teilweise ein.

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Foto: Erich Westendarp / CC0 (via Pixabay)

Verbraucherschützer und Politiker für Verbot von Pestizid Chlorpyrifos

Das zeigt eine aktuelle Greenpeace-Abfrage bei acht großen deutschen Bau- und Gartenmarktketten. "Die Verbraucherproteste haben Erfolg. Die Baumärkte erkennen, dass sie mitverantwortlich dafür sind, ob gefährliche Gifte in Gärten und auf Balkone gelangen", sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. "Die Bau- und Gartenmärkte müssen dieses Problem weiter konsequent angehen und giftige Produkte aus den Regalen grundsätzlich verbannen." Die Abfrageergebnisse finden sich hier: http://gpurl.de/Baumaerkte2015

Glyphosat ist der weltweit meistgenutzte Wirkstoff in Unkrautvernichtungsmitteln. Der US-Konzern Monsanto, der das Mittel entwickelte, vertreibt bis heute Glyphosat-Herbizide unter dem Markennamen "Roundup". Im Juli dieses Jahres stufte eine Agentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" ein. "So lange die Gesundheitsrisiken von Glyphosat unklar sind, muss das Vorsorgeprinzip gelten. Produkte, bei deren Gebrauch Menschen mit Glyphosat sehr wahrscheinlich in direkten Kontakt kommen, müssen überall umgehend ausgelistet werden", fordert Huxdorff. "Das muss für alle Baumärkte und Online-Shops gelten. Dehner, Hagebau und Hellweg sollten auch auf den umstrittenen Wirkstoff verzichten."

So viel Gift bieten die Baumärkte

Die Greenpeace-Abfrage ergab zudem, dass die Vorreiter Bauhaus, Obi und Toom auch auf die für Bienen schädlichen Pestizide mit dem umstrittenen Wirkstoff Thiacloprid verzichten. Die Firma Hellweg will bis zum Ende des Jahres Mittel mit diesem Wirkstoff aus dem Sortiment nehmen. Greenpeace fordert auch Dehner, Globus, Hagebau und Hornbach auf, den Verkauf einzuschränken. Mittel mit dem ebenfalls für Bienen schädlichen Neonicotinoid Acetamiprid bleiben derzeit bei allen Unternehmen in den Regalen.

Etwa zehn Prozent aller Pflanzenschutzmittel stuft das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als "bienengefährlich" ein, diese Produkte sind in der Gebrauchsanleitung entsprechend mit "B1" gekennzeichnet. Alle Baumärkte verzichten auf den Verkauf dieser sogenannten B1-Wirkstoffe. Aber auch Stoffe, die in die Kategorie B3 eingestuft werden, können durch falsche Anwendung Bienen gefährden. Globus ist der einzige Markt, der auf alle B3-Stoffe verzichten wird.

Bei der Produktion von Zierpflanzen bemühen sich die Bau- und Gartenmärkte, sieben bienengefährdende Wirkstoffe auszuschließen und sind mit ihren Lieferanten dazu im Gespräch. Schriftliche Vereinbarungen dazu liegen teilweise bereits vor oder die Märkte arbeiten laut Abfrage daran. "Wir werden weiterhin beobachten, welche Fortschritte wirklich erzielt werden", sagt Christiane Huxdorff. Hellweg macht bislang keine erkennbaren Schritte in Richtung einer Produktion ohne Chemie.



Quelle: Greenpeace


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