Freitag, 03 Jul 2020
Elektroschrott geschreddert
Elektroschrott geschreddert Foto: JosefLehmkuhl / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)
 1-2 Minuten Lesezeit  400 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Seit genau zehn Jahren regelt das Elektrogesetz in Deutschland die Rückgabe von ausgedienten Elektrogeräten. Nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hat das Gesetz zwar die Grundlage für eine getrennte Sammlung von Elektrogeräten gelegt, in der Umsetzung bleibt es aber erfolglos.

Der Deutsche Richterbund (DRB) hat Bedenken: "Der Gesetzentwurf bewegt sich auf einem schmalen Grat, weil er die Grundsätze der Mündlichkeit und der Öffentlichkeit von Gerichtsverhandlungen einschränkt".
Foto: Tumisu

Bundesregierung setzt in Corona-Krise auf Gerichtsverhandlungen per Video

Die DUH fordert deshalb wirksame Regeln, die den Handel zur Rücknahme ausgedienter Elektrogeräte verpflichten und zur Langlebigkeit und Wiederverwendung von Gebrauchtgeräten beitragen.

Verbraucher in Deutschland werden noch immer nicht ausreichend darüber informiert, warum die getrennte Sammlung von Elektrogeräten wichtig ist. In Geschäften fehlen häufig konkrete Hinweise und öffentlichkeitswirksame Kampagnen gibt es kaum. Darüber hinaus reichen kommunale Sammelstellen für eine verbraucherfreundliche und flächendeckende Sammlung von Bildschirmen, Toastern oder Energiesparlampen nicht aus. Hier müsste der Handel viel stärker als bisher in die Pflicht genommen werden. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Umweltministerin Barbara Hendricks hat den Handel durch Ausnahmeregelungen weitgehend davon befreit, Altgeräte verpflichtend zurückzunehmen. Anreize zur Vermeidung von Elektroschrott fehlen vollständig.

"Abfälle zu vermeiden ist das wichtigste Ziel", erklärt der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. "Doch dafür gibt das Elektrogesetz keinen Anreiz. Es setzt dem Trend zu immer kurzlebigeren und schwerer zu reparierenden Geräten nichts entgegen.

Ein ökologisches Produktdesign, wie etwa der einfache Austausch von Akkus durch den Verbraucher, ist genauso wenig vorgeschrieben, wie der Zugang von geprüften Reparaturbetrieben zu den Sammelstellen. Das Gesetz ist ein Geschenk an die Elektronikbranche, die keine Wiederverwendung, sondern allenfalls Recycling will."

Nach Schätzungen der DUH landen bis zu 150.000 Tonnen Elektrokleingeräte im Hausmüll. Weil sie viele Schadstoffe enthalten, ist das ein großes Problem. "In Deutschland werden jährlich etwa 1,7 Millionen Tonnen Elektrogeräte in Verkehr gebracht. 2014 wurden aber nur etwa 600.000 Tonnen ordnungsgemäß erfasst und recycelt. Die Sammelquote von Elektrogeräten in Deutschland liegt bei nur 40 Prozent. Der allergrößte Teil geht dem Recycling verloren", kritisiert der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation kritisiert, dass das Elektrogesetz nicht geeignet ist, um die Sammelmengen für Elektroaltgeräte deutlich zu steigern. Bis 2019 müssen insgesamt 65 Prozent der ausgedienten Elektrogeräte erfasst werden. "Die Entsorgung von Elektroschrott ist nicht verbraucherfreundlich geregelt. Bürger können Geräte im Handel nur dann zurückgeben, wenn ein Händler auf mindestens 400 Quadratmetern Elektrogeräte verkauft.

Der Kunde müsste also mit einem Maßband in den Laden gehen. Zudem sind Discounter wie Lidl und Aldi, die häufig Elektrogeräte als Aktionsware verkaufen, komplett ausgenommen. In den allermeisten Läden werden Kunden mit ihren alten Geräten weiterhin nach Hause geschickt", kritisiert Fischer.



Quelle: ots/Deutsche Umwelthilfe


#mehrNachrichten
Infektionsschutz für Kleinkinder sei "eine Illusion", so Montgomery, sie könnten sich nicht an die Regeln halten.
Foto: StagiaireMGIMO / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Weltärztechef fordert Absage von Parteitagen, pocht auf Corona-Impfpflicht und warnt vor Kita- und Schulöffnungen

Wegen der Corona-Gefahr hat Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery die Absage des für Dezember geplanten CDU-Bundesparteitages gefordert. "Wir müssen unbedingt weiter Abstand zueinander halten, die...
Laut Siedlungsministerin Zipi Hotoveli ist der Landraub ein von Gott gegebenes Recht.
Foto: Alan Kotok / CC BY 2.0 (via Flickr)

Gott oder Gesetz

Das Völkerrecht spielt in Entscheidungsfragen der israelischen Regierung schon längst keine Rolle mehr. Trotzdem bleibt die eigene Justiz eine Instanz, die durch ihre Entscheidungen immer wieder...
Ein Vorbild war die Kreativität des Buchhandels im Moment des Shutdowns.
Foto: InstagramFOTOGRAFIN / CC0 (via Pixabay)

Buchhandel sieht Kreativität kleinerer Läden als Vorbild

Wie kann die Buchbranche auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie reagieren? Nach Ansicht von Karin Schmidt-Friderichs haben gerade kleine Buchhandlungen vorgemacht, wie das geht. "Ein Vorbild...
Weiß oder schwarz zu sein, ist ein soziales Konstrukt.
Foto: Olayinka Babalola

Eine freie Gesellschaft kennt keine Rassen

Der Begriff der Rasse hat in Deutschland eine üble Karriere gemacht; auf ihn gründete die NS-Ideologie. Arier-Nachweise und Judensterne, Deportation und Vernichtung - das ganze Grauen beruhte auf...
Wegen der Corona-Pandemie verschanzen sich Teile der öffentlichen Verwaltungen weiterhin hinter abgesperrten Türen und Anrufbeantwortern.
Foto: USCDCP /CC0

Beamte im Corona-Modus

Alle freuen sich über die Corona-Lockerungen. Geschäfte, Restaurants, Kinos und Urlaubsorte begrüßen ihre Gäste mit herzlichen Willkommensschildern. Theaterschauspieler unterhalten mit aus dem Boden...
"Rassismus" wird in vielen Fällen und fälschlicherweise als eine Art Sammelbegriff für Ausländerfeindlichkeit benutzt wird.
Foto: Mostafa Meraji

Artikel 3 des Grundgesetzes

Das Grundgesetz ist ein Manifest gegen Rassismus und Totalitarismus. So ist es gemeint, und so ist es geschrieben. Als es 1948 und 1949 entstand, waren die Erfahrungen aus der Nazi-Diktatur und die...
Der einstmals unbeliebte Franke hat heute deutschlandweit höhere Akzeptanzwerte als sein rheinischer Kollege.
Foto: European People's Party / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Söder regiert, Laschet reagiert

Schon wieder NRW. Mit Heinsberg begann die Corona-Krise. Mit Gütersloh droht die zweite Welle. Und erneut zeigt sich, wie schlecht es ums Krisenmanagement im Land bestellt ist. Zu spät, zu...
Back To Top