Syrien: Gezielte Blockade humanitärer Hilfe

Foto: Freedom House / Flickr (CC)

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Freiburg (ots) - Vier Jahre nach Beginn des Bürgerkrieges in Syrien ist die Lage der Flüchtlinge, Vertriebenen und Gewaltopfer so verzweifelt wie nie zuvor. Krankenhäuser und Stromnetze sind zerstört, humanitäre Hilfe wird gezielt blockiert.

Weder für Zivilisten noch für humanitäre Helfer gibt es Schutzzonen. Da kaum noch Grenzübergänge passierbar sind, ist auch der Fluchtweg den Hilfesuchenden weitgehend versperrt. "Dieser Krieg kennt keinerlei Rücksicht mehr - weder für Zivilisten noch für humanitäre Helfer", beklagt Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes. "Unsere lokalen Mitarbeiter gehen große persönliche Risiken ein und leisten das Menschenmögliche. Aber angesichts von mehr als zwölf Millionen Hilfsbedürftigen ist es immer viel zu wenig."

Ärztliche Hilfe für akut und chronisch Kranke sowie die Versorgung der Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln sind derzeit besonders dringlich. "Selbst einfache Krankheiten sind häufig lebensbedrohlich, weil die Behandlung für die allermeisten Syrer unerschwinglich ist", berichtet Neher. Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, übernimmt deshalb an vier Standorten im Land die Kosten für Medikamente, Laboranalysen und stationäre Eingriffe von Patienten. Große Lebensmittel-Engpässe gibt es insbesondere in umkämpften Regionen und belagerten Städten. Der Preis für ein Kilo Reis kostet regional mittlerweile bis zu 20 Prozent eines durchschnittlichen syrischen Monatseinkommens. Caritas konnte bislang Zehntausende Menschen in Syrien unter anderem mit Grundnahrungsmitteln wie Reis, Linsen und Öl sowie Hygieneartikeln, Decken, Matratzen und Mietbeihilfen versorgen. Allerdings bestehen aufgrund der gezielten Verhinderung humanitärer Hilfe aktuell kaum Möglichkeiten, Hilfsbedürftige in den von oppositionellen Gruppierungen kontrollierten Gebieten zu versorgen.

Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, hat seit Ausbruch des Konfliktes im März 2011 für Flüchtlinge und Binnenvertriebene Hilfsprojekte in Syrien, Jordanien, Libanon, Irak, Türkei und Armenien im Umfang von 21 Millionen Euro finanziert. Damit konnte mehr als 400.000 Menschen geholfen werden.



Quelle: Caritas


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