#zeitfokus.

Dienstag, 07 Apr 2020
Foto: j_bg / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  371 Worte im Text  vor 96 Tagen
Bitterer Nachgeschmack. Es war ein Wettkampf, den sich die Kontrahenten stets am Ende des Jahres lieferten - ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Beobachter in Atem hielt. Eigentlich. Denn diesmal stand der Sieger schon seit langem fest, da Boeing ihren Kassenschlager seit dem im März verhängten Flugverbot für die 737 Max nicht mehr ausliefern darf. Deshalb ist es keine Überraschung mehr, dass Airbus den Erzrivalen aus den USA von den Auslieferungen her als weltweit größter Flugzeugbauer mit deutlichem Vorsprung wieder abgelöst hat, nachdem die Amerikaner 2018 noch knapp vorn lagen. Um genau beurteilen zu können, wie gut Airbus selber 2019 wirklich produziert hat und wie hoch der Anteil der 2018 von Bombardier in A220 umbenannten C-Series ist, bedarf es jedoch detaillierterer Zahlen. Diese werden erst Ende nächster Woche erwartet. Auch bei den Bestellungen zeichnet sich ein deutlicher Vorsprung für den europäischen Flugzeugbauer ab. Einen solchen Doppelsieg hatte er zum letzten Mal 2011 eingeflogen. Doch so richtig freuen dürfte er sich darüber nicht, da sein US-Konkurrent eine der schwersten Krisen - wenn nicht gar die schwerste - seit seiner Gründung durchlebt. So wie eine wenn auch selbstverschuldete Verletzung des Gegners die Freude eines Siegers bei einem Sportwettbewerb trübt, dürfte auch für Airbus ein bitterer Nachgeschmack bleiben, da das Debakel um die 737 Max der gesamten Branche schadet. Der Erfolg bei den Auslieferungen und Orders darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Airbus vor Herausforderungen steht. So muss der Konzern die Lieferverzögerungen, zu denen es beim A321neo mit der neuen Cabin-Flex-Kabinenausstattung kommt, in den Griff bekommen, um Kunden nicht weiter zu verärgern. Zudem muss Airbus die Erhöhung der gesamten A320-Produktion meistern; sie soll bis Mitte 2021 auf 63 Exemplare pro Monat gesteigert werden. Nicht zuletzt stehen auch noch die Ergebnisse der Korruptionsermittlungen aus. Boeing steht jedoch vor weit existenzielleren Entscheidungen. Der Konzern muss nicht nur das Debakel um die 737 Max und die damit einhergehenden Produktionsprobleme sowie Verzögerungen bei der Entwicklung des 777X-Programms in den Griff bekommen und das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückgewinnen. Er muss auch entscheiden, ob er nun in ein komplett neues Flugzeugprogramm investiert. Dabei muss aber wieder die Sicherheit im Vordergrund stehen, nicht Kostensenkungen. Dass Kostendruck im Flugzeugbau fatal sein kann, hat die 737 Max gezeigt. Quelle: ots/Börsen-Zeitung

Es war ein Wettkampf, den sich die Kontrahenten stets am Ende des Jahres lieferten - ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Beobachter in Atem hielt. Eigentlich. Denn diesmal stand der Sieger schon seit langem fest, da Boeing ihren Kassenschlager seit dem im März verhängten Flugverbot für die 737 Max nicht mehr ausliefern darf. Deshalb ist es keine Überraschung mehr, dass Airbus den Erzrivalen aus den USA von den Auslieferungen her als weltweit größter Flugzeugbauer mit deutlichem Vorsprung wieder abgelöst hat, nachdem die Amerikaner 2018 noch knapp vorn lagen. Um genau beurteilen zu können, wie gut Airbus selber 2019 wirklich produziert hat und wie hoch der Anteil der 2018 von Bombardier in A220 umbenannten C-Series ist, bedarf es jedoch detaillierterer Zahlen. Diese werden erst Ende nächster Woche erwartet.

Annegret Kramp-Karrenbauer
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Werteunion fordert Ministerposten für Kramp-Karrenbauer

Auch bei den Bestellungen zeichnet sich ein deutlicher Vorsprung für den europäischen Flugzeugbauer ab. Einen solchen Doppelsieg hatte er zum letzten Mal 2011 eingeflogen. Doch so richtig freuen dürfte er sich darüber nicht, da sein US-Konkurrent eine der schwersten Krisen - wenn nicht gar die schwerste - seit seiner Gründung durchlebt. So wie eine wenn auch selbstverschuldete Verletzung des Gegners die Freude eines Siegers bei einem Sportwettbewerb trübt, dürfte auch für Airbus ein bitterer Nachgeschmack bleiben, da das Debakel um die 737 Max der gesamten Branche schadet.

Der Erfolg bei den Auslieferungen und Orders darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Airbus vor Herausforderungen steht. So muss der Konzern die Lieferverzögerungen, zu denen es beim A321neo mit der neuen Cabin-Flex-Kabinenausstattung kommt, in den Griff bekommen, um Kunden nicht weiter zu verärgern. Zudem muss Airbus die Erhöhung der gesamten A320-Produktion meistern; sie soll bis Mitte 2021 auf 63 Exemplare pro Monat gesteigert werden. Nicht zuletzt stehen auch noch die Ergebnisse der Korruptionsermittlungen aus.

Boeing steht jedoch vor weit existenzielleren Entscheidungen. Der Konzern muss nicht nur das Debakel um die 737 Max und die damit einhergehenden Produktionsprobleme sowie Verzögerungen bei der Entwicklung des 777X-Programms in den Griff bekommen und das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückgewinnen. Er muss auch entscheiden, ob er nun in ein komplett neues Flugzeugprogramm investiert. Dabei muss aber wieder die Sicherheit im Vordergrund stehen, nicht Kostensenkungen. Dass Kostendruck im Flugzeugbau fatal sein kann, hat die 737 Max gezeigt.



Quelle: ots/Börsen-Zeitung
#mehrNachrichten
Es gibt an den allgemeinbildenden Schulen bundesweit etwa 10,91 Millionen Schülerinnen und Schüler. Dazu rund 780 000 Lehrerinnen und Lehrer.
Foto: Taylor Wilcox

Deutsche Schulen müssen geschlossen werden

Italien, Dänemark, Österreich und Irland - Deutschlands europäisches Umland hat die Pforten seiner Schulen und Kitas längst geschlossen. Und hat, glaubt man den Virologen bei deren Beurteilung aller...
Der Sport als Kulturgut wird die Corona-Krise überleben, ja locker wegstecken.
Foto: Marvin Ronsdorf

Atempause für den Sport

Krise? Welche Krise? Der Sport hält nicht nur gesund, er ist putzmunter. Die Welt der Leibesübungen ist - ähnlich wie die Kunst - resistent gegen all die Symptome, unter denen wir aktuell so massiv...
Der Bund hat mit dem Nachtragshaushalt seine Ausgaben in diesem Jahr mal eben um ein Drittel erhöht.
Foto: Tyler Casey

Viel hilft viel

Es kann einem schon schwindelig werden angesichts der großen Zahlen, die das Bundeskabinett an Hilfen für die Wirtschaft, Unternehmer und die Bevölkerung zum Schutz gegen die Folgen der Coronakrise...
Natürlich steckte Galeria schon vor Ausbruch der Viruskrise in der Bredouille.
Foto: Felix Mittermeier

Die Zeit drängt

Die Einschläge kommen näher. Nachdem sich Galeria Karstadt Kaufhof am Mittwoch unter den insolvenzrechtlichen Schutzschirm geflüchtet hat, tritt nun auch die Restaurantkette Vapiano den Gang zum...
Es ist ein großer Fehler, dass die EU keine koordinierte Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus und dessen wirtschaftliche Auswirkungen hat.
Foto: 𝓴𝓘𝓡𝓚 𝕝𝔸𝕀

Ökonomen warnen wegen Coronavirus vor neuer Banken- und Staatsschuldenkrise

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus warnen führende Ökonomen vor einer dramatischen Ausweitung der ökonomischen Krise. Clemens Fuest, Chef des Münchner Ifo-Instituts, sagte der "Neuen...
Lindner forderte, dass die Hilfen für die Wirtschaft "schneller und unbürokratischer ankommen".
Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Merkels Appell war dringlich und angemessen

FDP-Chef Christian Lindner hat die Fernsehansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt. "Der Appell in seiner Dramatik war dringlich und angemessen und kam zum richtigen Zeitpunkt. Es haben...
Eskaliert die Coronakrise aber weiter wie bisher, wird es bei den jüngsten Lockerungen kaum bleiben.
Foto: Paul Fiedler

Die Einsätze steigen

Die Einsätze der Bankenaufseher in der Coronakrise erhöhen sich zusehends: Erst erlauben sie den Großbanken Eurolands, für schlechte Zeiten angelegte Kapitalpuffer anzugreifen, dann zeigen sie sich...
Back To Top